Schulleben

Lebend(ig)es Latein…gibt’s doch gar nicht – oder eben doch?!

Dass die lateinische Sprache ganz und gar nicht ‚verstaubt‘ ist oder aber heutzutage nicht mehr gebraucht wird, davon konnten sich die Teilnehmer/innen des Begabtenkurses Latein auch in diesem Jahr mehr als überzeugen!

Zusammen mit ihrer Kursleiterin, Frau Track, verbrachten interessierte Lateinlerner aus Bayreuth und Hof einen äußerst kurzweiligen Vormittag am RWG. Der Kurs, der – nach einem coronabedingt sehr verknappten Durchlauf im letzten Schuljahr – bereits zum zweiten Mal im Rahmen der regionalen Begabtenförderung in Oberfranken angeboten wird, zählte zum aktuellen Termin sage und schreibe 18 Teilnehmerinnen! Da die Veranstaltung für Schüler/innen von der 6. bis einschließlich der 10. Klasse geplant war, galt es, absolute Sprachanfänger der Unterstufe mit echten ‚Latein-Cracks‘ aus der angehenden Oberstufe für ein und dasselbe Thema, nämlich die lebendige Antike, zu begeistern… im Zentrum der Diskussion stand dabei natürlich die lateinische Sprache und römische Kultur – allerdings fernab vom traditionellen Grammatikunterricht und einem teils als lästig empfundenem Vokabelpauken!



Nach einer kurzen Vorstellungsrunde der Teilnehmerinnen wurde anschaulich thematisiert, inwieweit wir alle tagtäglich mit der lateinischen Sprache in Berührung kommen (manchmal auch zunächst unbemerkt): Man denke beispielsweise nur an einen Gang durch Supermarktregale, die vor lateinischen Produktnamen, u.a. in der Lebensmittel- und/oder Drogerieabteilung, nur so strotzen! Aber auch bei der Wahl der richtigen Marketing-Strategie für Firmennamen und/oder –produkte hat das Lateinische des Öfteren sicherlich Pate gestanden – wenn auch stets als ‚alte Sprache‘ deklariert, so ist die Sprache der Römer keinesfalls ‚veraltet‘ oder gar ‚out‘ – ganz im Gegenteil!
Einen Vorgeschmack auf die auch in der bevorstehenden Adventszeit (übrigens ebenfalls ein Begriff, der eine lateinische Vokabel beinhaltet 😉 ) erneut geplante Adventskalender-Aktion boten hier die Quizaufgaben des vergangenen Jahres:

Sprichwörtliche Redensarten aus dem Lateinischen, auf die selbst nicht-Lateiner zu bestimmten Anlässen zurückgreifen – jedermann weiß eben sofort, was gemeint ist und es kling (ganz nebenbei) einfach schlau 😉 – sind längst zu einem festen Bestandteil unseres alltäglichen Sprachgebrauchs geworden.
Kein Wunder, dass es mittlerweile sogar Bonbons gibt, die (einzeln verpackt) eine lateinische Zitat-Aufschrift tragen und auch an diesem Tag die Veranstaltung etwas versüßen sollten und den Teilnehmerinnen als kleine giveaways (auch als Mitbringsel für zuhause) gereicht wurden…
Und auch in der Kinder- und Jugendliteratur haben mit der „Percy Jackson“-Reihe oder aber der „Göttlich“-Trilogie die antik-historischen Stoffe und mythologischen Figuren bzw. Grundlagen der lateinischen Sprache (vgl. u.a. die Zaubersprüchen in J.K. Rowlings „Harry Potter“) seit Jahren ihren Platz gefunden und erfreuen sich schon lange entsprechender Beliebtheit. Mittlerweile gibt es sogar eine Reihe von lateinischer Adaptionen bekannter Buch- bzw. Comic-Klassiker (z.B. der kleine Prinz, Harry Potter, Alice im Wunderland, Grimms Märchen u.v.m.), die sicherlich nicht nur für Lateinlehrer interessant sind.

Mit großer Begeisterung wurde auch eifrig der stets wiederkehrende Vorspann des Asterix-Textes verfolgt – selbstverständlich in deutscher und lateinischer Sprache (und ganz nebenbei auch im fränkischen Dialekt, der für einige lustige Erheiterung in der Gruppe sorgte 🙂 ); selbst die Jüngsten in der Gruppe konnten hierbei in ihrem 1. Lernjahr bereits mühelos den lateinischen Text ‚knacken‘: Denn schließlich gibt es im Deutschen eine Reihe von Fremdwörtern, deren Wurzeln aus dem Lateinischen stammen; oder aber die Wörter sind gänzlich aus dem Lateinischen entlehnt… – kein Problem also für alle Teilnehmerinnen, die den ganzen Tag über eifrig bei der Sache waren und der Kursleiterin unermüdlich Fragen zum alten Rom Co. stellten!

So verging die Zeit nahezu im Flug mit einem ersten Streifzug durch die verschiedenen Themengebiete der griechisch-römischen Mythologie, antiken Kunst und Kultur; es wurde u.a. auch darauf eingegangen, wie die Römer ‚zu uns‘ gelangten (aus geographischer Sicht).
Als Anschauungsmaterial war neben traditionellen Arbeitsblättern und Buchmaterial insbesondere auch die ‚Antike zum Anfassen‘ geboten, indem innerhalb der Gruppe Repliken römischer Münzen, dem Zahlungsmittel in den römischen Provinzen am Limes, genauestens unter die Lupe genommen wurden. Den Abschluss des Tages bildeten Filmausschnitte zum Leben am Limes, die mit den entsprechenden Realien wortwörtlich (be)greifbar gemacht werden konnten.


Gruppenfoto: Abschluss

Wie es nun erst wäre, dem Lateinischen als Alltagssprache ‚echtes Leben‘ heutzutage einzuhauchen? Auch diesem Phänomen werden wir in einem unserer kommenden Treffen sicherlich auch noch nachgehen… – der Spaß ist damit definitiv schon einmal garantiert! 🙂
Ich bin schon sehr gespannt auf unsere nächste gemeinsame Veranstaltung, wenn es wieder heißt: Wo(rin) lebt die lateinische Sprache heute noch weiter?! – mir fällt dabei spontan schon noch einiges ein… in diesem Sinne: bis zum nächsten Mal, ich freue mich schon auf euch alle, denn ihr wart super!

S. Track