Unser Stufenmodell zur Medienkompetenz
Am Richard-Wagner-Gymnasium bereiten wir unsere Schülerinnen und Schüler systematisch auf die Anforderungen einer digitalen Welt vor. Unser Ziel ist es, den Umgang mit digitalen Endgeräten nicht nur als technische Fertigkeit, sondern als fundierte Medienkompetenz zu vermitteln.
Dazu verfolgen wir ein stufenweises Modell, bei dem das Tablet Schritt für Schritt als vielseitiges Arbeitswerkzeug in den Schulalltag integriert wird.
Der Weg zum digitalen Arbeiten
1. Orientierungsphase (Jahrgangsstufen 5–7)
In den unteren Klassen legen wir das Fundament. Der Einsatz digitaler Geräte erfolgt hier zielgerichtet und punktuell:
- iPad-Koffer: Die Schule stellt Geräte zur Verfügung, um erste Berührungspunkte zu schaffen und in verschiedenen Unterrichtssituationen digitale Arbeitsweisen zu ermöglichen. Allen 6. und 7. Klassen stehen eigene iPad-Koffer im Klassenraum zur Verfügung.
- Behutsamer Aufbau: Der Fokus liegt darauf, die Tablets sinnvoll in den Unterricht zu integrieren, ohne den analogen Kern des Lernens zu verlieren.
- Vorbereitungs-Workshop: Am Ende der 7. Jahrgangsstufe absolvieren alle Schülerinnen und Schüler einen mehrtägigen Workshop, der sie umfassend auf die Nutzung eigener iPads in der Schule und zu Hause vorbereitet.
2. Umstiegsphase (Jahrgangsstufe 8)
Mit der 8. Klasse beginnt die Phase der persönlichen Ausstattung:
- 1:1-Ausstattung: Jede Schülerin und jeder Schüler nutzt ein eigenes iPad für den gezielten Einsatz im Unterricht.
- Blended Learning: Um eine sanfte Umstellung zu gewährleisten, arbeiten wir in einer Kombination aus digitalem Gerät und analogen Heften.
- Der „Heft-Führerschein“: Durch den Erwerb dieses Zertifikats beweisen die Jugendlichen, dass sie die nötigen Kompetenzen besitzen, um schrittweise zur vollständig digitalen Heftführung überzugehen.
3. Digitale Routine (Jahrgangsstufen 9–13)
In der Mittel- und Oberstufe wird das Tablet zum vollumfänglichen Arbeitsgerät:
- Selbstorganisation: Im Mittelpunkt stehen das selbstregulierte Lernen und die eigenständige Organisation digitaler Materialien.
- Erweiterte Methoden: Der Unterricht nutzt die gesamte Bandbreite digitaler Möglichkeiten – von kollaborativem Arbeiten über kreative Mediengestaltung bis hin zum Einsatz spezifischer Fach-Apps.
Förderung und Anschaffung
Bereits seit dem Schuljahr 2022/23 nimmt das Richard-Wagner-Gymnasium am Projekt „Digitale Schule der Zukunft“ teil.
- Finanzielle Unterstützung: Eltern erhalten für die Anschaffung der Geräte derzeit eine staatliche Förderung in Höhe von 350 € (Stand 2025/26).
- Voraussetzung: Die Förderung ist an die Einhaltung unserer schulspezifischen Mindestkriterien für die Geräte gebunden.
Durch diese strukturierte Einführung stellen wir sicher, dass unsere Schülerinnen und Schüler ihre digitalen Kompetenzen kontinuierlich erweitern und den Umgang mit Technik stets bewusst und reflektiert gestalten.
Digitale Bildung & Mediencurriculum: Kompetenzen für die Welt von morgen
Am Richard-Wagner-Gymnasium ist digitale Bildung fest im Schulalltag verankert. Wir fördern sie als zentrale Querschnittskompetenz in allen Fachbereichen.
Der Einsatz digitaler Endgeräte ist für uns weit mehr als nur ein technisches Upgrade: Er bereichert den Unterricht, eröffnet völlig neue didaktische Wege und unterstützt eine moderne, interaktive und individuelle Lernkultur.
Unser Mediencurriculum: Die drei Säulen
Um unsere Schülerinnen und Schüler gezielt auf die Anforderungen der Zukunft vorzubereiten, stützt sich unser Mediencurriculum auf drei zentrale Säulen. Diese Inhalte werden in allen Jahrgangsstufen altersgerecht vermittelt und kontinuierlich vertieft:
- Präsentieren und Produzieren Schülerinnen und Schüler lernen, Informationen nicht nur zu konsumieren, sondern kreativ aufzubereiten und eigene mediengestützte Lernprodukte (z. B. Erklärvideos, Podcasts oder digitale Präsentationen) zu erstellen.
- Lernen und Arbeiten mit digitalen Werkzeugen Wir nutzen Technologien gezielt zur Vertiefung von Fachwissen. Dabei geht es um den sicheren Umgang mit Software, Apps und digitalen Methoden, die das Lernen effizienter und anschaulicher machen.
- Verantwortungsbewusstes Handeln in der digitalen Welt Technikkompetenz erfordert Reflexion. Themen wie Datenschutz, Medienkritik und ein verantwortungsvoller Umgang mit sozialen Medien sind integraler Bestandteil unserer Erziehungsarbeit.
Medienpädagogik & Prävention: Verantwortung im Netz
Am RWG nutzen wir Medien nicht nur, wir reflektieren sie. Unser Ziel ist ein selbstbestimmter, fairer und kritischer Umgang mit digitalen Möglichkeiten. Wir stärken unsere Schülerinnen und Schüler gegen sozialen Druck, Cybermobbing und die Angst, etwas zu verpassen (FOMO).
Unsere Säulen der Medienbildung
- iPad-Workshops (Jgst. 8): Die Einführung der eigenen Geräte wird durch einen intensiven Projekttag begleitet, der ausschließlich medienpädagogischen Aspekten gewidmet ist.
- Kompass-Programm: Einmal im Monat findet eine „Kompass-Stunde“ statt, in die auch Medienbildung fest integriert ist.
- Aufklärungsarbeit im Fachunterricht: Medienverhalten wird kontinuierlich dort thematisiert, wo es inhaltlich anknüpft, um eine hohe Sensibilisierung im Alltag zu erreichen.
Schüler helfen Schülern: Scouts & Tutoren
Medienscouts (Jgst. 9–10)
Unsere Medienscouts sind speziell geschulte Experten für die Unterstufe.
Ausbildung: In Zusammenarbeit mit Partnern wie „OHO – OpferHilfe Oberfranken e.V.“ und den „Netzgängern 2.0“ werden sie in den Bereichen soziale Netzwerke, Datenschutz und Konfliktlösung geschult.
Einsatz: Sie leiten Workshops (z. B. im Schullandheim der 5. Klassen) zum Thema „Verantwortung am Smartphone“ und sind Ansprechpartner bei Cybermobbing.
Highlight: Besonders engagierte Scouts können an der BundesJugendKonferenzMedien (BJKM) in Rostock teilnehmen.
Medientutoren (Jgst. 5–10)
In jeder Klasse werden zwei Medientutoren gewählt, die für einen reibungslosen digitalen Alltag sorgen:
Technik-Support: Sie unterstützen Lehrkräfte beim Einsatz von Beamern, Panels und Dokumentenkameras.
Schnittstelle: Sie melden technische Defekte an die Medienbetreuung.
Regelwächter: Sie besprechen und achten auf die Einhaltung der schulinternen Mediennutzungs-Vereinbarungen.
Anerkennung: Das Engagement wird durch eine lobende Erwähnung im Zeugnis honoriert.