Schulleben

Notenspur in Moll

Unter den gestrengen Augen Richard Wagners ermitteln die Kommissarinnen in alle Richtungen.

Der mit Spannung erwartete RWG-Krimi zum Jubiläumsjahr unserer Schule hatte seine erfolgreiche Premiere in der Schulaula. Der vielversprechende Titel war „Notenspur im Moll – Wissen kann tödlich sein“.

Wie es sich für einen Krimi zum Schuljubiläum gehört, spielte auch das RWG mit, wie das Stück überhaupt gekonnt mit beziehungsreichen Anspielungen auf den verschiedensten Ebenen jonglierte: Natürlich ließ das nahe Dammwäldchen immer wieder grüßen, der Name Wagner durfte nicht fehlen und es gab jede Menge Lokalkolorit, das immer wieder zum Schmunzeln anregte und einen Ausgleich zur Krimiebene herstellte. Da ließ das Bocksrücker Kellerfest ebenso grüßen wie die verschiedenfarbigen Hügel Bayreuths, und wie man den Bayreuther kennt, weiß er stets über alles bestens Bescheid, weil die Ex eine Freundin hat, deren Bruder wieder mit Nichte von… und so weiter.

Kommissarinnen leben gefährlich – besonders in Wolfsbach.

Diese intimen Kenntnisse der Bayreuther Seele und des Bayreuther Stadtkosmos helfen besonders der Kriminalassistentin Lotte bei den Ermittlungen in ihrem Kriminalfall weiter, während ihre Chefin als Kölnerin erst noch lernen muss, mit den Bayreuthern und ihrem Dasein in der Stadt klar zu kommen. Die beiden verstehen sich jedoch prächtig, was bei den Ermittlungen in dem verzwickten Fall ungemein hilft, mit denen sie sich eines Tages konfrontiert sehen: Im Dammwäldchen gleich neben unserer Schule wurde nämlich die Leiche der Jurastudentin Tina gefunden.

Die Untersuchung des Falls führt in ein zwielichtiges Milieu.

Bei der Ermittlungsarbeit tun sich ganz unterschiedliche Spuren auf, die in ganz unterschiedliche Richtungen führen: Eine weist ins nahe RWG, aber schnell wird klar, dass die tote Tina ein merkwürdiges Doppelleben führte: Tagsüber Studentin, war sie die andere Hälfte des Tages offenbar in einem sehr zwielichtigen Milieu aktiv, das mit der Farbe Rot assoziiert wird. Auch ihr Freundeskreis ist höchst suspekt: Da ist Phil Kill, der mit diesem beziehungsreichen Namen im Internet unterwegs ist. Und da ist ihre Freundin, die militante Naturschützerin ist. Und welche Rolle spielt der Stadtrat, der gerade mit der Ausweisung eines Baugebietes befasst ist? Dank eines kleinen Papierschnipselchens rückt sogar das Haus Wagner ins Visier der Ermittler: Eine geheimnisvolle Sonate eines Albert Zweistein (bitte nicht mit dem Physiker verwechseln!) könnte auf ein Plagiat hinausgelaufen sein.

Auch die Mutter des armen Mordopfers muss befragt werden

Der Zuschauer musste also gut aufpassen, um die Handlungsfäden ebenso geschickt zu entwirren, wie es die beiden Kommissare taten, die sich bei den Ermittlungen auch mit der 150-jährigen Geschichte unserer Schule konfrontiert sahen: Ein (echter!) Zeitungsartikel aus dem Jahre 1915 berichtet vom ominösen Verschwinden einer der damaligen höheren Töchter und die Spuren in dem (natürlich fiktiven) Krimi müssen sich auch damit auseinandersetzen. In der Fiktion des Spiels wusste das arme Mädchen damals offenbar ebenso wie Tina, die Studentin, zu viel, was es mit den geheimnisvollen Noten auf sich hatte, auf deren Spur die Kommissare gekommen waren. Wissen ist offensichtlich tödlich – welch ein beziehungsreicher Untertitel für einen Schulkrimi!

Auch Videoprojektionen (erstellt von der Medien-AG um Florian Mehling) wurden bei der Inszenierung verwendet.

Die Inszenierung von Angelika Guder-Späth spielte geschickt mit den verschiedenen Zeitebenen, die auch medial unterschiedlich aufbereitet waren. Den Anfang bildet eine rasante Kamerafahrt, die den Weg der armen Töchterschülerin in den Turm als Filmsequenz darstellt. Die verschiedenen Schauplätze waren durch verschiedene Spielorte in der Aula markiert, wobei es praktischerweise Drehstühle dem Publikum erlaubten, die Blickrichtung flexibel dem Geschehen anzupassen – soweit es nicht als Filmprojektionen in die Aula geholt wurde.

Ein großes Lob verdienen alle Schauspieler für ihre nuancenreiche und sichere Darstellung. Es spielten

Alina Herold (Kommissarin Doris Lenz)
Charlotte Heß (ihre Assistentin Lotte)
Amelie Salzborn (Klara Kauper)
Rebecca Gimmel (Tina Herrmann)
Dominik Tobelewski (Albert Zeistein)
Hannah Ziegler (Janna)
Klara Popp (Lisa)
Luisa Karnia (Frau Herrmann)
Luisa Ermer (Tanja)
Maja Lowack (Philipp Großmann)
Nina Zöller (Julia, Marie Claire)
Sina Lindner (Franziska Bloch)
Sophie Rosenkranz (Tabea)
Valerie Sell (Anna Herrmann)
Lisa Pranschke (Sara)
Alexandra Heyse (Dr. Held)

Bei der Organisation wirkten mit:
Alexandra Schmidt
Rebecca Hägel

Den RWG-Krimi „Notenspur in Moll“ gibt es auch als Roman von Antje Haugg – damit sich niemand, der im Theater war, langweilt, natürlich mit einigen Änderungen…