Schulleben

Die Kletterer können sich freuen

Die Kletterwand ermöglicht vielfältige Routen

Die Kletterwand ermöglicht vielfältige Routen

Endlich ist es soweit: Nach eineinhalb Jahren Kletterpause wurde die neue Kletterwand in der Turnhalle des RWG eingeweiht.

Anders als der alte Kletterdachboden mit seinen nur mannshohen Boulderwänden hat unsere Schule jetzt eine richtige Kletteranlage: Über 100 Quadratmeter Kletterfläche mit zwölf Seillinien und unterschiedlicher Wandstruktur stehen den Schülern des RWG ab sofort in den Kletter-AGs zur Verfügung. Knapp acht Meter Höhe hören sich nach nicht so viel an, aus der Perspektive der Turnhalle sieht es jedoch ganz anders aus: Wenn man am „Wandfuß“ steht, muss man den Kopf gehörig in den Nacken legen, wenn man nach oben schaut, und wer sich bis zum oberen Ende hochgearbeitet hat, sieht alles, was in der Halle stattfindet, aus einer luftigen Vorgelperspektive. Die Bedeutung des richtigen Sicherns bedarf dann keiner weiteren Erklärung.

Schulleiterin Ursula Graf erinnerte bei der Einweihungsfeier an den Beginn des Klettersports am RWG: Er begann im alten Kletterdachboden des Neubaus im Schuljahr 1998-99 mit einer Boulderanlage. Damals war die Kletter-AG mit einer eigenen Anlage ein in Oberfranken einmaliges Angebot. Zu verdanken war der Kletterdachboden einer Initiative von engagierten Lehrern, allen voran Manfred Widmaier. In ungezählten Arbeitsstunden wurde damals die Kletterwand aufgebaut und mit variablen Griffelementen versehen. Von Anfang an wurde die Anlage intensiv genutzt und die Kletter-AG wurde schnell zu einem der zahlenmäßig größten Sport-AGs an der Schule.

Eine Brandschutzbegehung ergab, dass die alte Anlage nicht mehr zeitgemäß war und auch nicht mehr verwendet werden konnte. Durch die großzügige Unterstützung der Stadt Bayreuth, des Stadtrates und des Bauamtes wurde es möglich, dass das RWG jetzt eine moderne, sichere Kletteranlage erhalten hat. Dafür gebühre der Stadt der Dank der Schule.

Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe zeigte sich erfreut über die schöne Anlage, die das RWG erhalten habe und die gut zu der rührigen Schule mit ihren vielen Aktivitäten passe. Sie würdige die Zusammenarbeit aller Beteiligten, allen voran der Behörden ihrer Stadt, die es ermöglicht hätten, das Projekt zu realisieren.

Oberbürgermeisterin Merk-Erbe bei ihrer Erstbesteigung.

Oberbürgermeisterin Merk-Erbe
bei ihrer Erstbesteigung.

Sie ließ es sich dann nicht nehmen, selbst Hand an die Wand zu legen, um die Wand auf ihre Nutzbarkeit zu testen, selbst verständlich bestens von Willi Klöcker von den Naturfreunden Bayreuth, einem langjährigen Partner des Kletterns am RWG, gesichert. Mit dem Ergebnis der oberbürgermeisterlichen Erstbesteigung war sie sichtlich zufrieden, als sie nach ihrer Kletterexkursion, mit einem breiten Lächeln im Klettergurt sitzend, auf den Boden der Tatsachen zurückschweben konnte.

Der Betreuer der Kletter-AG am Richard-Wagner-Gymnasium, Christian Stöhla, gab zu denken, dass der zarte Beginn des Wandklettersportes älter sei, als man wohl vermute: Er geht zurück auf einen Herren mit dem optimistischen Namen Johann Christian GuthsMuths, der sich vor gut 200 Jahren über den Wert des Kletterns Gedanken gemacht hat.

Der Einweihung der Wand gingen eineinhalb Jahre Planungs- und Umsetzungsphase voraus. Was dabei letztendlich herausgekommen ist, kann sich wirklich sehen lassen und sucht in der Schullandschaft seines gleichen. Dass sich die Investition von etwa 50.000 Euro gelohnt haben, beweisen die Anmeldungen für den Differenzierten Sportunterricht Klettern für dieses Schuljahr. Bereits um die 50 Schüler von der 5. bis zur 12. Klasse wollen klettern und haben sich angemeldet – getreu dem Motto der Kletter-AG: „Herausforderungen machen das Leben interessant – sie zu bezwingen, machen es lebenswert!“