Schulleben

Kontakte nach Neuseeland

Schüler in Uniform und Marschformation sind bei uns eher ungewöhnlich – nicht so in Neuseeland.

Vom 2. bis zum 8. Mai 2016 besuchten uns 26 neuseeländische Jungender Palmerston North Boys‘ High School. Palmerston North liegt auf der Nordinsel und ist ungefähr so groß wie Bayreuth. Die High School unternahm zum zweiten Mal eine Reise durch Deutschland, an der Schüler im Alter ab 14 teilnehmen dürfen. Auf dieser Tour durch Deutschland war neben Frankfurt, München und Berlin auch Bayreuth ein Ziel der High School. Die Boys wurden von ihren Lehrkräften Alison Dickinson, Jonathan Richardson und Willie Docherty begleitet. In Frankfurt und Bayreuth waren die Neuseeländer in den Familien unserer Schüler untergebracht, bei sogenannten Homestays.

Am Tag der Ankunft wurden die Kiwis schon sehnlichst erwartet. Als sie dann mit ihren Schuluniformen bekleidet aus dem Zug am Bayreuther Hauptbahnhof stiegen, waren alle sehr aufgeregt und zum Teil auch etwas zurückhaltend. Doch es dauerte nicht lange, bis sich die Gastschüler und die Schüler unserer Schule angenähert und auch angefreundet hatten.

Die Rathausterrasse bot einen schönen Blick über die ganze Stadt.

Nachdem die Kiwis am zweiten Tag in Bayreuth vormittags den Unterricht ihrer Gastschüler besuchten, folgte am nächsten Tag ein Empfang im Rathaus bei Thomas Ebersberger, dem 2. Bürgermeister der Stadt Bayreuth, den manche schon am Abend zuvor als Grillmeister Bayreuther Bratwürste bei der Übertragung eines Spiels des FC Bayern in der Champions League erleben durften. Er hieß die Neuseeländer herzlich willkommen, erzählte ihnen einiges über Bayreuth und zeigte ihnen Bayreuth von oben auf dem Rathausdach. Davor jedoch exerzierten die Neuseeländer nach Aufforderung von Herrn Fuchs, der um die Marschierkünste unserer Gäste wusste, in unserem Pausenhof. Dies beherrschen sie perfekt, da es an ihrer High School einmal im Jahr einen Marschierwettbewerb gibt, der von Soldaten bewertet wird. Zahlreiche Schüler verfolgten spontan von den Fenstern interessiert das Spektakel.

Zur jeder Stadtführung gehört ein Gruppenfoto am Markgrafenbrunnen vor dem Neuen Schloss.

Nach dem Empfang im Rathaus bekamen die Gastschüler von Herrn Fuchs eine private Führung durch Bayreuth. Anschließend besichtigten sie die Brauerei Maisel. Am Ende der Führung durch das Brauereimuseum gab es für alle alkoholfreies Bier, das manchen sehr gut schmeckte, anderen wiederum ein angewidertes Gesicht einbrachte. In der zweiten Wochenhälfte besuchten sie mit ihren Lehrern die Nürnberger Kaiserburg und die Plassenburg in Kulmbach. Die Familien gaben sich große Mühe und gewährten den Kiwis, wie sich die Neuseeländer selbst liebevoll nennen, nicht nur Einblicke in das Leben hiesiger Familien, sondern zeigten ihnen weitere Höhepunkte Frankens.

Vollkommen ungewohnt für die Neuseeländer war, dass die Deutschen so viel Mineralwasser mit Kohlensäuretrinken. Auch Weißwürste und unsere fränkischen Klöße waren neu für sie. Beeindruckt haben sie auch die schnellen und teuren Autos, die sie in München gesehen haben, sowie die alten deutschen Innenstädte.

Dank der perfekten Organisation von unserem Lehrer Werner Fuchs und der neuseeländischen Lehrkräfte lief der Besuch der Neuseeländer reibungslos und ohne Probleme ab. Dafür danken wir ihnen sehr und hoffen, dass es noch viele dieser Besuche geben wird. Viele von uns haben noch Kontakt zu ihren Austauschpartnern und es sind echte Freundschaften entstanden. Wir alle, Neuseeländer und RWG-Schüler/innen haben den Austausch sehr genossen und sind sehr dankbar für diese tolle Erfahrung. Ein neuseeländischer Gastschüler fasste seine Erfahrungen so zusammen: „Ich war in drei Städten in Deutschland und habe festgestellt, die Menschen hier sind eigentlich genauso wie die Menschen zu Hause. Die Menschen sind sich ähnlicher als man denkt!“

Nike Hellbach, 8b