Schulgeschichte

Eröffnung des Schulmuseums 1994

Ausstellungsraum des Schulmuseums

Nach einer langen Zeit des Sammelns und Sichtens von Relikten, Bilder und Texten war es dann soweit: Am 25. Februar 1994 konnte das Schulmuseum des Richard-Wagner-Gymnasiums Bayreuth eröffnet werden. Es war eine bemerkenswerte Gemeinschaftsleistung von Lehrern, der Schulleitung und des damaligen Hausmeisters Rupprecht, durch die, passenderweise in einem großen Raum des Altbaus, schließlich das Museum Wirklichkeit wurde und der Öffentlichkeit präsentiert werden konnte.

Am Eröffnungstag fand sich auch Prominenz ein. Neben vielen anderen Gästen versammelten sich der Oberbürgermeister, der Landrat und der Ministerialbeauftragte. Sie erwiesen nun vor allem jener Frau Reverenz, deren unvergleichliche Energie den Grundstein zum Museum wie zum heutigen Schularchiv gelegt hatte. Luise Dietzfelbinger, 1921 in Nürnberg geboren, kam als junges Mädchen mit ihren Eltern nach Bayreuth und besuchte hier selbst von 1932 bis 1938 das Mädchenlyzeum Bayreuth, die Vorgängerschule des RWG. Dann wechselte sie an das Graf-Münster-Gymnasium in Bayreuth, da sie damals als Schülerin nur dort das Abitur ablegen konnte. Noch während des Studiums wurde sie bereits während der Kriegsjahre von September bis November 1943 an ihrem alten Lyzeum als Aushilfslehrerin eingesetzt. Nach einem kurzen Zwischenspiel nach 1945 am Graf-Münster-Gymnasium kehrte sie dann 1948 endgültig an ihre alte Mädchenschule zurück, die mittlerweile zum Gymnasium aufgestiegen war. Hier arbeitete sie bis zu ihrem Ruhestand 1986 als Lehrerin für Englisch, Französisch und Geschichte, zuletzt auch als ständige Vertreterin des Schulleiters.

Ihren Ruhestand verbringt sie bis heute eher in Unruhe. Vor allem sammelte und sammelt sie seit 1986 systematisch alle Objekte und Unterlagen, die schließlich bereits 1994 den Aufbau des Schulmuseums und die Erschließung des Schularchivs ermöglichten. Viele Kolleginnen und Kollegen, die erst nach 1986 an die Schule kamen – und das sind nun eigentlich alle Mitglieder der Lehrerschaft – erinnern sich noch heute an die resolute Dame, die im Lehrerzimmer nach Freiwilligen für den Arbeitseinsatz in Museum und Archiv fahndete. Ausreden waren nicht erlaubt, Schwächeln galt nicht, feurige Tatkraft, von den Referendaren bis hin zum Schulleiter, war angesagt. Der Erfolg rechtfertigte schließlich die motivierenden Mittel. Am Eröffnungstag war auch der „Nordbayerische Kurier“ anwesend, es wurde ausführlich berichtet.

Das Museum ist bis heute geöffnet und kann nach Voranmeldung besichtigt werden. Im Jubiläumsjahr 2017 entsteht eine Erweiterung der Ausstellung, die nun auch die Jahre seit 1994 dokumentiert.

Bericht von der Eröffung des Schulmuseums