Schulgeschichte

Übergabe an die Stadt 1903 und Schulbau 1908

Richtfest für den Neubau 1907

1903 wurde die bis dahin privat geführte und finanzierte Schule in die Trägerschaft der Stadt übernommen. Der Schulname wurde geändert, er lautete nun etwas moderner „Städtische höhere Schule für Mädchen“. Bei der Übergabe verfügte die Schule dank der gewissenhaften Kassenführung des Unterrichtsrates über ein ansehnliches Vermögen von 30 449 Mark; insgesamt konnten dann 33 073 Mark überwiesen werden.

Die Raumnot im oberen Stockwerk des Küchengebaudes am Neuen Schloss wurde jedoch immer unerträglicher. Schulrat Kesselring reichte daher beim Stadtrat die ersten ausführlichen Anträge ein, in denen er die Notwendigkeit der Errichtung eines neuen eigenen Schulgebäudes begründete. Allerdings ließen sich die Magistratsherren nicht zu einer Entscheidung drängen. Erst nach drei Jahren kam es zu einem endgültigen Entschluss und zum Baubeginn.

Denn die Kreishauptstadt Bayreuth richtete nach damaliger wie heutiger Sitte einen Architekten-Wettbewerb für die Errichtung des neuen Gebäudes aus. Sie wandte sich „behufs Erlangung geeigneter Entwürfe“ zur Errichtung einer „Höheren Töchterschule“ an den „Münchener Architekten und Ingenieur-Verein“ und dessen Mitglieder in Bayern. Es wurde besonders betont, dass die Entwürfe „vor allem auf die spätere zweckmässige Vergrösserung durch Anbau“ achten sollten. Die „Süddeutsche Bauzeitung“ berichtete am 28. Oktober 1905 (15. Jahrgang, Nr. 43) von den Ergebnissen des Wettbewerbs, für den schließlich 16 Entwürfe eingereicht wurden, an die auch Preisgelder ausgeschüttet wurden. Allerdings konnten sich die Bayreuther und Münchner Mitglieder des Preisgerichts zu keinem ersten Preis durchringen. Stadtbaurat Schlee, der zwei Jahre später selbst das Gebäude errichtete, lehnte sich dann aber erkennbar an die Entwürfe an, die die 2. und die 3. Preise erhielten und die auch in der „Süddeutschen Bauzeitung“ abgebildet wurden.

Süddeutsche Bauzeitung vom 28.10.1905

1907

Als Standort für das neue Schulgebäude wurde das Grundstück des früheren städtischen Krankenhauses ausgesucht, das verkehsgünstig an der Kreuzung von Leopoldstraße, Wolfsgasse und Dammallee lag. Stadtbaurat Schlee erhielt den Auftrag, einen „Monumentalbau“ im zeitgenössischen sogenannten „Biedermeierstil“ zu errichten. Schlee konzipierte das Gebäude und übernahm auch die örtliche Oberbauleitung. Die Inneneinrichtung sollte wie in der naheliegenden Luitpoldschule erfolgen. Die Arbeiten wurden überwiegend von ortsansässigen Firmen durchgeführt. Am 13. Juli 1907 fand das Richtfest des neuen Gebäudes statt.

1908

Am 19. September 1908 wurde bei schönem Wetter in Anwesenheit von Oberbürgermeister Dr. Casselmann das neue „Töchterschulgebäude an der Dammallee“ feierlich eingeweiht. Der Kostenaufwand für das neue Haus betrug schließlich insgesamt 222 737,93 Mark, wie akribisch berechnet wurde. Casselmann betonte, dass das neue Gebäude modernen ästhetischen, pädagogischen und hygienischen Anforderungen genügen solle.

Mit dem Beginn des Schuljahres 1908/1909 konnte so das neue „Töchterschulgebäude an der Dammallee“ bezogen werden. Damit endeten vorerst die beengten Verhältnisse, unter denen bis dahin der Unterricht stattgefunden hatte.

Das neu erbaute Töchterschulgebäude, die erste erhaltene Aufnahme von 1908

Das neue Haus wurde zur Keimzelle der heutigen Schulanlage im Herzen der Stadt, die heute drei Gebäude, eine Mehrfachturnhalle, eine Außensportanlage und eine Mensa umfasst.

Stadtbaurat Schlee, mit Distinktionen, der Erbauer der Schule (Aufnahme von 1920)