{"id":2578,"date":"2013-09-30T11:12:32","date_gmt":"2013-09-30T10:12:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.rwg-bayreuth.de\/home\/?page_id=2578"},"modified":"2016-11-26T20:00:04","modified_gmt":"2016-11-26T19:00:04","slug":"berlinfahrt-ein-bericht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rwg-bayreuth.de\/home\/?p=2578","title":{"rendered":"Berlinfahrt &#8211; ein Bericht"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_2575\" style=\"width: 360px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.rwg-bayreuth.de\/home\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Homepage_G_Foto-Berlin_web.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2575\" class=\"size-full wp-image-2575\" src=\"https:\/\/www.rwg-bayreuth.de\/home\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Homepage_G_Foto-Berlin_web.jpg\" alt=\"Eine der Studienfahrten des Fachs Geschichte f\u00fchrt in die Bundehauptstadt\" width=\"350\" height=\"260\" srcset=\"https:\/\/www.rwg-bayreuth.de\/home\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Homepage_G_Foto-Berlin_web.jpg 350w, https:\/\/www.rwg-bayreuth.de\/home\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Homepage_G_Foto-Berlin_web-150x111.jpg 150w, https:\/\/www.rwg-bayreuth.de\/home\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Homepage_G_Foto-Berlin_web-300x222.jpg 300w, https:\/\/www.rwg-bayreuth.de\/home\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Homepage_G_Foto-Berlin_web-250x186.jpg 250w\" sizes=\"(max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2575\" class=\"wp-caption-text\">Eine der Studienfahrten des Fachs Geschichte f\u00fchrt in die Bundehauptstadt<\/p><\/div>\n<h5>Berlin \u2013 die Mauer f\u00e4llt ein zweites Mal<br \/>\nStudienfahrt der Klassen 10a, 10b und 10c in die Bundeshauptstadt Berlin<\/h5>\n<p>Schon bew\u00e4hrt und doch jedes Schuljahr neu geplant, konzipiert und erlebt ist die Studienfahrt, welche die 10. Klassen im Rahmen des Geschichts- und Sozialkundeunterrichts jedes Jahr gegen Ende des Schuljahrs zur Bundeshauptstadt unternehmen. Im Schuljahr 2011\/12 fand diese im Zeitraum vom 16. bis 20 Juli 2012 unter bew\u00e4hrter Leitung der Lehrkr\u00e4fte U. Aschenbrenner, R. B\u00f6hner, A. Gerdes, M. Herrmann-Meier, Ch. Just und Ch. Wenger statt.<\/p>\n<p>Da es sich dieses Mal anbot, aufgrund der niedrigen Klassenst\u00e4rken nur zwei Reisegruppen zu bilden, wurden die drei 10. Klassen einfach gut durchmischt und auf die beiden Lehrerteams aufgeteilt.<\/p>\n<p>Die Gruppe Aschenbrenner \u2013 B\u00f6hner \u2013 Herrmann-Meier startete auf eine Fahrt, welche sich auf Spurensuche weltkulturellen Erbes begab. Schon auf der Hinreise wurde das erste Weltkulturerbe angesteuert: das Bauhaus Dessau, welches 1925 bis 1926 nach Pl\u00e4nen von Walter Gropius als Schulgeb\u00e4ude f\u00fcr die Kunst-, Design- und Architekturschule Bauhaus entstand. Das Besondere am ganzen Komplex ist neben der damals neuartigen funktionalen Trennung durch einzelne, zu einem Organismus gef\u00fcgte Einzelbauk\u00f6rper die v\u00f6llig in Glas aufgel\u00f6ste Wand des Werkst\u00e4ttentraktes, die f\u00fcr gro\u00dfe Aufregung in der damaligen Zeit sorgte. Die revolution\u00e4re Stahlskelettbauweise \u2013 tragende Stahlelemente mit Ziegelausfachung bedeckt von einem Flachdach \u2013 erm\u00f6glichte den Verzicht auf statische Verst\u00e4rkung der Geb\u00e4udeecken. Diese \u201eoffenen Ecken\u201c wurden ersetzt durch kantenumgreifende Verglasung sowie Balkone und vermittelten so einen Eindruck von Leichtigkeit. Auch das Schloss Sanssouci (\u201eohne Sorge\u201c) in Potsdam, welches die Truppe am n\u00e4chsten Tag besuchte, ist ein ausgewiesenes UNESCO-Welterbe. Vieles konnten die Bayreuther Sch\u00fcler dort sehen, was ihnen irgendwie bekannt vorkam \u2026 Hatte doch Markgr\u00e4fin Wilhelmine von Bayreuth etliche K\u00fcnstler des Bruders Friedrich II. aus Potsdam nach Oberfranken geholt, um ihr eigene Klein-Versailles in der Eremitage von diesen gestalten zu lassen.<\/p>\n<p>Das dritte Weltkulturerbe war die Parkanlage W\u00f6rlitz. Von 1764 bis kurz nach 1800 angelegt, ist der 112 Hektar gro\u00dfe W\u00f6rlitzer Garten nicht nur einer der gr\u00f6\u00dften, sondern auch einer der fr\u00fchesten und bedeutendsten Landschaftsparks Kontinentaleuropas.<\/p>\n<p>Von besonderer Bedeutung kam auf der Studienfahrt jedoch den Erinnerungs- und Mahn-St\u00e4tten der j\u00fcngeren deutschen Vergangenheit zu: Besonders eindringlich erfuhren die Sch\u00fcler im Rahmen einer F\u00fchrung die \u201eTopographie des Terrors\u201c, so der Name einer neueren Dokumentationszentrums in Berlin. Auf dem heutigen Gel\u00e4nde der \u201eTopographie des Terrors\u201d, neben dem Martin-Gropius-Bau und unweit des Potsdamer Platzes, befanden sich von 1933 bis 1945 die wichtigsten Zentralen des nationalsozialistischen Terrors: das Geheime Staatspolizeiamt mit eigenem \u201eHausgef\u00e4ngnis\u201d, die Reichsf\u00fchrung-SS und w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs auch das Reichssicherheits\u00achauptamt. Als \u201eOrt der T\u00e4ter\u201d informiert die Ausstellung am authentischen Ort \u00fcber die Zentralen des SS- und Polizeistaats und macht die europ\u00e4ische Dimension der NS-Schreckensherrschaft sichtbar.<br \/>\nAuch die zweite Diktatur auf deutschem Boden wurde an einer Gedenkst\u00e4tte mahnend in Erinnerung gebracht: Die Gedenkst\u00e4tte Berlin-Hohensch\u00f6nhausen besteht aus den R\u00e4umlichkeiten der ehemaligen zentralen Untersuchungshaftanstalt der Staatssicherheit der DDR, die von 1951 bis 1989 in Wei\u00dfensee bzw. Hohensch\u00f6nhausen in Betrieb war. Dort wurden vor allem politische Gefangene inhaftiert und physisch und psychisch gefoltert. Heute existiert an gleicher Stelle eine Gedenkst\u00e4tte als Erinnerungsort f\u00fcr die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft in Deutschland.<\/p>\n<p>Das Vergehen an Abermillionen von j\u00fcdischen Opfern machte das Holocaust-Mahnmal in der N\u00e4he des Deutschen Bundestages gegenw\u00e4rtig, eine F\u00fchrung durch das j\u00fcdische Museum konnte dagegen die bedeutende Rolle der deutschen j\u00fcdischen Bev\u00f6lkerung und ihre Verdienste f\u00fcr die deutsche Kultur, Wissenschaft und Politik der vergangenen Jahrhunderte bis Jahrtausende deutlich werden lassen. Doch auch hier im gr\u00f6\u00dften j\u00fcdischen Museum Europas war der Holocaust allgegenw\u00e4rtig durch die au\u00dfergew\u00f6hnliche zickzackf\u00f6rmige Architektur (von Daniel Libeskind), welche das ganze Geb\u00e4ude durchzog und die \u201eAchse des Holocaust\u201c best\u00e4ndig allgegenw\u00e4rtig sein lie\u00df.<\/p>\n<p>Eine F\u00fchrung durch den Deutschen Bundestag mit einer \u00e4u\u00dferst launigen Information durch einen Referenten, eine ausgiebige Stadtrundfahrt, welche alle Highlights Berlins offenbarte, sowie ein spannender Abendgang durch alte, neue und neueste Szeneviertel in Berlin haben neben dem phantastischen Musical von Udo Lindenberg \u201eHinter\u00b4m Horizont\u201c die Eindr\u00fccke \u00fcberquellen lassen.<br \/>\nWas wir auf der Berlinrundfahrt noch ausgiebig bewundern konnten, n\u00e4mlich die weltbekannte und weltweit l\u00e4ngste dauerhafte Open-Air-Galerie, die \u201eEast Side Gallery\u201c in Berlin-Friedrichshain, ist mittlerweile zum Teil schon wieder abgebrochen. Wegen st\u00e4dtebaulichen Ma\u00dfnahmen ist sie inzwischen nicht mehr durchgehend erhalten und anstelle der Originale von 1990 existieren heute nur noch die im Jahr 2009 entstandenen Repliken Im Fr\u00fchjahr 1990, nach der \u00d6ffnung der Berliner Mauer, wurde dieses l\u00e4ngste erhaltene Teilst\u00fcck der Mauer von 118 K\u00fcnstlern aus 21 L\u00e4ndern auf einer L\u00e4nge von 1316 Metern bemalt. Die K\u00fcnstler kommentierten in gut einhundert Gem\u00e4lden auf der ehemaligen Ostseite der Mauer mit den unterschiedlichsten k\u00fcnstlerischen Mitteln die politischen Ver\u00e4nderungen der Jahre 1989\/90. In einem Blog rufen die K\u00fcnstler zum sofortigen Stopp der Zerst\u00f6rung dieses bedeutenden Denkmals und Mahnmals von nationaler Bedeutung auf, solange dies \u00fcberhaupt noch m\u00f6glich ist. Denn damit f\u00e4llt die Mauer nun ein zweites Mal \u2013 wir konnten dieses Kunstwerk 2012 noch als ein Ganzes sehen!<\/p>\n<p>U. Aschenbrenner<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin \u2013 die Mauer f\u00e4llt ein zweites Mal Studienfahrt der Klassen 10a, 10b und 10c in die Bundeshauptstadt Berlin Schon bew\u00e4hrt und doch jedes Schuljahr neu geplant, konzipiert und erlebt ist die Studienfahrt, welche die 10. Klassen im Rahmen des Geschichts- und Sozialkundeunterrichts jedes Jahr gegen Ende des Schuljahrs zur Bundeshauptstadt unternehmen. 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