{"id":12793,"date":"2000-02-01T01:00:13","date_gmt":"2000-02-01T00:00:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.rwg-bayreuth.de\/home\/?p=12793"},"modified":"2017-08-06T18:19:17","modified_gmt":"2017-08-06T16:19:17","slug":"chronik-1933-bis-1945","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rwg-bayreuth.de\/home\/?p=12793","title":{"rendered":"Chronik 1933 bis 1945"},"content":{"rendered":"<h4>1933<\/h4>\n<p>Die Zahl der &#8222;von der Regierung angeordneten vaterl\u00e4ndischen Schulfeiern&#8220; nimmt zu, wie von nun an die Jahresberichte vermerken, die Schule beteiligt sich &#8222;an den allgemeinen nationalen Festen&#8220;.<\/p>\n<div id=\"attachment_12821\" style=\"width: 460px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.rwg-bayreuth.de\/home\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Schuelerinnen_erster_Mai_1934.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-12821\" class=\"size-full wp-image-12821\" src=\"https:\/\/www.rwg-bayreuth.de\/home\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Schuelerinnen_erster_Mai_1934.jpg\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"275\" srcset=\"https:\/\/www.rwg-bayreuth.de\/home\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Schuelerinnen_erster_Mai_1934.jpg 450w, https:\/\/www.rwg-bayreuth.de\/home\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Schuelerinnen_erster_Mai_1934-150x92.jpg 150w, https:\/\/www.rwg-bayreuth.de\/home\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Schuelerinnen_erster_Mai_1934-300x183.jpg 300w, https:\/\/www.rwg-bayreuth.de\/home\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Schuelerinnen_erster_Mai_1934-250x153.jpg 250w\" sizes=\"(max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-12821\" class=\"wp-caption-text\">Sch\u00fclerinnen am 1.\u00a0Mai 1934, dem &#8222;Tag der nationalen Arbeit&#8220;, der zum &#8222;Nationalfeiertag des Deutschen Volkes&#8220; bestimmt wurde<\/p><\/div>\n<h4>1937<\/h4>\n<p>Zu Beginn und am Schluss des Schuljahres m\u00fcssen nun feierliche &#8222;Flaggenehrungen&#8220; veranstaltet werden.<\/p>\n<div id=\"attachment_12823\" style=\"width: 460px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.rwg-bayreuth.de\/home\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Flaggenparade_41_42_Anbau.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-12823\" class=\"size-full wp-image-12823\" src=\"https:\/\/www.rwg-bayreuth.de\/home\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Flaggenparade_41_42_Anbau.jpg\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"317\" srcset=\"https:\/\/www.rwg-bayreuth.de\/home\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Flaggenparade_41_42_Anbau.jpg 450w, https:\/\/www.rwg-bayreuth.de\/home\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Flaggenparade_41_42_Anbau-150x106.jpg 150w, https:\/\/www.rwg-bayreuth.de\/home\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Flaggenparade_41_42_Anbau-300x211.jpg 300w, https:\/\/www.rwg-bayreuth.de\/home\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Flaggenparade_41_42_Anbau-250x176.jpg 250w\" sizes=\"(max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-12823\" class=\"wp-caption-text\">Flaggenehrung im Schuljahr 1942 mit ungebetenem Gast. Im Hintergrund rechts der bereits ausgef\u00fchrte Anbau<\/p><\/div>\n<h4>1938<\/h4>\n<p>Oberstudiendirekor Pauli muss wegen seines Herzleidens den Ruhestand antreten. Der junge Studienrat Heinrich Kn\u00f6rl, der schon w\u00e4hrend der Erkrankung von Pauli die Schule kommissarisch geleitet hat, wird vom Beauftragten f\u00fcr die Stadt Bayreuth, Gauleiter Fritz W\u00e4chtler, am 1. April 1938 zum Studiendirektor ernannt und in Anwesenheit des Gauleiters am 31. Mai 1938 feierlich in sein Amt eingef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Nur noch zwei bzw. drei Sch\u00fclerinnen sind im Schuljahr 1937\/1938 und 1938\/1939 nicht Mitglieder des BDM. Vom Turnunterricht werden jetzt im Gegensatz zu fr\u00fcher nur ganz wenige M\u00e4dchen befreit.<\/p>\n<p>Die vom Ministerium angeordnete Aufstellung einer &#8222;Schulgemeinde&#8220; wird durchgef\u00fchrt, der Kreisleiter der NSDAP genehmigt ihre Zusammensetzung. Mitglieder sind der Schulleiter, der &#8222;Walterstab&#8220; (darunter der Vertrauensmann des Nationalsozialistischen Lehrerbundes, drei Vertreter der Sch\u00fclereltern, die Beauftrage der NS-Frauenschaft und die Lehrer der Schule) sowie die Eltern und Erziehungsberechtigen der Sch\u00fclerinnen.<\/p>\n<p>Zum ersten Mal besuchen die 5. und 6.\u00a0Klassen f\u00fcr eine oder zwei Wochen das Schullandheim Hohenberg an der Eger.<\/p>\n<p>Im Zuge der NS-Reformen der h\u00f6heren Schulen wird die Schuldauer auf acht Jahre verk\u00fcrzt. Die Schule wird vorerst in eine sechsklassige M\u00e4dchenoberschule umgewandelt.<\/p>\n<p>In einer Lehrplanreform wird die Zahl der Turnstunden auf f\u00fcnf erh\u00f6ht, das Fach tritt an die erste Stelle der F\u00e4cher. Religionsunterricht tritt mit ein bis zwei Stunden an die letzte Stelle und darf von 1941 an nicht mehr benotet werden.<\/p>\n<h4>1939<\/h4>\n<p>Bereits in den Sommerferien wird das Schulhaus f\u00fcr milit\u00e4rische Zwecke beschlagnahmt, der Unterricht nach den Ferien beginnt erst am 18. Oktober 1939.<\/p>\n<p>Das Schulgeld wird am 1.\u00a0September, dem Tag des Kriegsausbruchs, von 160\u00a0Reichsmark auf 200\u00a0Reichsmark erh\u00f6ht. Es gibt Geschwistererm\u00e4\u00dfigung, aber keine Ausbildungsbeihilfen mehr.<\/p>\n<p>Zwei Studienr\u00e4te werden zum Kriegsdienst eingezogen, der Schulleiter wird zum Reichswetterdienst abgeordnet. Im Laufe des Krieges werden weitere Lehrer in die Wehrmacht einberufen. Schulleiter Kn\u00f6rl wird schlie\u00dflich dem Oberb\u00fcgermeister der Stadt als &#8222;unabk\u00f6mmlich&#8220; unterstellt. Der Unterrichtsbetrieb wird durch die Einstellung von nebenamtlichen Lehrkr\u00e4ften halbwegs aufrechterhalten.<\/p>\n<p>Ab dem Schuljahr 1939\/40 erscheint kein gedruckter Jahresbericht mehr.<\/p>\n<div id=\"attachment_12835\" style=\"width: 460px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.rwg-bayreuth.de\/home\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Lehrerkollegium_1941_1942.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-12835\" class=\"size-full wp-image-12835\" src=\"https:\/\/www.rwg-bayreuth.de\/home\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Lehrerkollegium_1941_1942.jpg\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"292\" srcset=\"https:\/\/www.rwg-bayreuth.de\/home\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Lehrerkollegium_1941_1942.jpg 450w, https:\/\/www.rwg-bayreuth.de\/home\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Lehrerkollegium_1941_1942-150x97.jpg 150w, https:\/\/www.rwg-bayreuth.de\/home\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Lehrerkollegium_1941_1942-300x195.jpg 300w, https:\/\/www.rwg-bayreuth.de\/home\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Lehrerkollegium_1941_1942-250x162.jpg 250w\" sizes=\"(max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-12835\" class=\"wp-caption-text\">Lehrerkollegium 1941\/42 mit zahlreichen Lehrerinnen. Die j\u00fcngeren tauglichen Lehrer sind zum Kriegsdienst eingezogen<\/p><\/div>\n<h4>1940<\/h4>\n<p>Die Aula (Turnhalle) wird im Schuljahr 1940\/1941 von Truppen und von Kriegsgefangenen belegt.<\/p>\n<p>Die Lehrer der Schule werden im Sommer befragt, ob sie sich f\u00fcr einen k\u00fcnftigen Kolonialschuldienst interessieren. Die Lehrer lehnen ab.<\/p>\n<h4>1942<\/h4>\n<p>Am 6.\u00a0Juli 1942 wird das 75j\u00e4hrige Bestehen der Schule im Balkonsaal der Stadthalle gefeiert. Oberb\u00fcrgermeister Dr.\u00a0Kempfler spricht, Schulleiter Kn\u00f6rl h\u00e4lt die Festrede zum Thema &#8222;75 Jahre h\u00f6here M\u00e4dchenbildung in Bayreuth&#8220;.<\/p>\n<p>Die Schule ist zur gymnasialen Vollanstalt ausgebaut, die Einrichtung der Oberstufe ist abgeschlossen, an der Schule legt der erste Jahrgang die Reifepr\u00fcfung (das Abitur) ab. Schulleiter Kn\u00f6rl fordert daher die r\u00e4umliche Vergr\u00f6\u00dferung der Schule, f\u00fcr einen Erweiterungsbau werden Pl\u00e4ne erstellt. Kriegsbedingt kann jedoch erst ein kleiner Anbau mit zwei Klassenzimmer am schon bestehenden heutigen Altbau errichtet werden. Dieser Anbau kann erst 1952 aufgestockt und vollendet werden. Der Anbau wird 1942 von franz\u00f6sischen Kriegsgefangenen ausgef\u00fchrt. Dazu wird ein Sichtschutz-Zaun aufgestellt, den Sch\u00fclerinnen wird die Fraternisierung mit den ausl\u00e4ndischen Gefangenen strengstens untersagt.<\/p>\n<p>Die Sch\u00fclerinnen der 9. bis 12. Klassen werden nun zu Diensten verpflichtet, von 1942 bis 1944 vor allem zum Einbringen der Hopfenernte in der Hallertau. Lehrerinnnen m\u00fcssen sie begleiten und Aufsicht f\u00fchren.<\/p>\n<div id=\"attachment_16271\" style=\"width: 460px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.rwg-bayreuth.de\/home\/wp-content\/uploads\/2000\/02\/Hopfenernte_Mainburg_Holledau_1942_01.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-16271\" class=\"size-full wp-image-16271\" src=\"https:\/\/www.rwg-bayreuth.de\/home\/wp-content\/uploads\/2000\/02\/Hopfenernte_Mainburg_Holledau_1942_01.jpg\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"276\" srcset=\"https:\/\/www.rwg-bayreuth.de\/home\/wp-content\/uploads\/2000\/02\/Hopfenernte_Mainburg_Holledau_1942_01.jpg 450w, https:\/\/www.rwg-bayreuth.de\/home\/wp-content\/uploads\/2000\/02\/Hopfenernte_Mainburg_Holledau_1942_01-250x153.jpg 250w\" sizes=\"(max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-16271\" class=\"wp-caption-text\">Einsatz bei der Hopfenernte 1942<\/p><\/div>\n<h4>1943<\/h4>\n<p>Die Niederlage von Stalingrad ist der Wendepunkt des Krieges. Das Schulklima verd\u00fcstert sich, es d\u00fcrfen keinerlei Tanz- oder Freizeitvergn\u00fcgungen mehr besucht werden.<\/p>\n<p>Die Oberklasse hat nur noch bis Weihnachten regul\u00e4ren Unterricht und wird dann immer st\u00e4rker f\u00fcr &#8222;praktische Dienste&#8220; eingesetzt.<\/p>\n<h4>1944<\/h4>\n<p>Die Oberklasse hat im Schuljahr 1944\/1945 bald gar keinen regul\u00e4ren Unterricht mehr, die Sch\u00fclerinnen werden als Schwesternhelferinnen und f\u00fcr den Bahnhofsdienst ausgebildet. Die Abiturientinnen erhalten schlie\u00dflich ein &#8222;Notabitur&#8220;, d.\u00a0h. ein Abgangszeugnis, das ihnen das Abitur zuerkennt.<\/p>\n<p>Schulleiter Kn\u00f6rl wird im September erneut eingezogen, kann aber weiterhin Weisungen an der Schule erteilen und ger\u00e4t dann im April 1945 in Gefangenschaft. Seine Internierung endet erst 1948, und erst 1959 unterrichtet er wieder an der Schule.<\/p>\n<h4>1945<\/h4>\n<p>Die Schule wird in den letzten Monaten vor Kriegsende als Lazarett verwendet. Unterricht findet meist nur noch unregelm\u00e4\u00dfig f\u00fcr die h\u00f6heren Klassen statt. Die tauglichen Sch\u00fclerinnen arbeiten als Schwesternhelferinnen oder beim Bahnhofsdienst. Im Schulhaus kann nur noch der Physiksaal f\u00fcr den Unterricht genutzt werden, R\u00e4ume in einer Kantine und in einer Gastwirtschaften werden angemietet.<\/p>\n<p>Im April 1945 wird Bayreuth mehrfach bombardiert, das Schulhaus bleibt aber unbesch\u00e4digt. Der Krieg endet in Bayreuth am 16.4.1945 mit dem Einmarsch der amerikanischen Truppen. Im Schulgeb\u00e4ude kommt es zu Pl\u00fcnderungen und Zerst\u00f6rungen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1933 Die Zahl der &#8222;von der Regierung angeordneten vaterl\u00e4ndischen Schulfeiern&#8220; nimmt zu, wie von nun an die Jahresberichte vermerken, die Schule beteiligt sich &#8222;an den allgemeinen nationalen Festen&#8220;. 1937 Zu Beginn und am Schluss des Schuljahres m\u00fcssen nun feierliche &#8222;Flaggenehrungen&#8220; veranstaltet werden. 1938 Oberstudiendirekor Pauli muss wegen seines Herzleidens den Ruhestand antreten. 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