{"id":12279,"date":"2000-01-02T01:00:49","date_gmt":"2000-01-02T00:00:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.rwg-bayreuth.de\/home\/?p=12279"},"modified":"2017-06-27T20:38:37","modified_gmt":"2017-06-27T18:38:37","slug":"zum-stand-der-maedchenbildung-im-19-jahrhundert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rwg-bayreuth.de\/home\/?p=12279","title":{"rendered":"Zum Stand der M\u00e4dchenbildung im 19. Jahrhundert"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_12356\" style=\"width: 460px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.rwg-bayreuth.de\/home\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/erstes_Bild_hofgarteneingang_1868.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-12356\" class=\"size-full wp-image-12356\" src=\"https:\/\/www.rwg-bayreuth.de\/home\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/erstes_Bild_hofgarteneingang_1868.jpg\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"334\" srcset=\"https:\/\/www.rwg-bayreuth.de\/home\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/erstes_Bild_hofgarteneingang_1868.jpg 450w, https:\/\/www.rwg-bayreuth.de\/home\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/erstes_Bild_hofgarteneingang_1868-150x111.jpg 150w, https:\/\/www.rwg-bayreuth.de\/home\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/erstes_Bild_hofgarteneingang_1868-300x223.jpg 300w, https:\/\/www.rwg-bayreuth.de\/home\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/erstes_Bild_hofgarteneingang_1868-250x186.jpg 250w\" sizes=\"(max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-12356\" class=\"wp-caption-text\">Das \u00e4lteste erhaltene Bild: Sch\u00fclerinnen der T\u00f6chterschule, nach 1868<\/p><\/div>\n<p>Mit der M\u00e4dchenbildung war es im 19.\u00a0Jahrhundert noch schlecht bestellt. Staat, St\u00e4dte und Gemeinden hatten nur ein geringes Interesse an einer Ausbildung der M\u00e4dchen, die \u00fcber das Volksschul-Niveau hinausging. Eine etwas umfassendere Bildung konnte nur in wenigen kl\u00f6sterlichen Schulen, in denen vorwiegend M\u00e4dchen der &#8222;h\u00f6heren St\u00e4nde&#8220; erzogen wurden, und in privaten &#8222;M\u00e4dchenerziehungsinstituten&#8220; erworben werden. Wohlhabende adelige und b\u00fcrgerliche Familien besch\u00e4ftigten Privatlehrer, die &#8222;Hofmeister&#8220;.<\/p>\n<p>Eine &#8222;Bildung&#8220; der jungen Frauen erschien vielen ohnehin nicht weiter sinnvoll oder notwendig zu sein. Gem\u00e4\u00df der damaligen Rollenverteilung hatten sich die M\u00e4dchen der oberen St\u00e4nde auf ein Leben als Gattin, Hausfrau und Mutter vorzubereiten. Wichtigste Voraussetzung daf\u00fcr war die standesgem\u00e4\u00dfe Heirat. Ein Zuviel an Bildung konnte hier eher hinderlich sein. Den M\u00e4dchen der unteren St\u00e4nde stand ein bildungsfernes, arbeits- und entbehrungsreiches Leben bevor.<\/p>\n<p>In Bayreuth bestanden (bei fast 20000 Einwohnern!) vier M\u00e4dchenerziehungsinstitute, die vor der Einrichtung der H\u00f6heren T\u00f6chterschule f\u00fcr M\u00e4dchen die einzige M\u00f6glichkeit boten, eine \u00fcber die Volksschule hinausgehende Bildung zu erwerben. Sie waren jedoch hinsichtlich ihrer Lehrpl\u00e4ne und ihrem Lehrpersonal den h\u00f6heren Lehranstalten f\u00fcr Knaben in keiner Hinsicht ebenb\u00fcrtig. Unter diesen Voraussetzungen war der Entschluss, eine H\u00f6here T\u00f6chterschule einzurichten, durchaus modern und fortschrittlich. Freilich muss auch allm\u00e4hlich die Einsicht ged\u00e4mmert sein, dass es so nicht weitergehen konnte. Bildung wurde in der aufstrebenden b\u00fcrgerlichen Gesellschaft des Industriezeitalters zur unverzichtbaren Legitimation und verschaffte soziale Distinktion. F\u00fcr &#8222;ungebildete&#8220; T\u00f6chter und Ehefrauen war nun kein Platz mehr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit der M\u00e4dchenbildung war es im 19.\u00a0Jahrhundert noch schlecht bestellt. Staat, St\u00e4dte und Gemeinden hatten nur ein geringes Interesse an einer Ausbildung der M\u00e4dchen, die \u00fcber das Volksschul-Niveau hinausging. Eine etwas umfassendere Bildung konnte nur in wenigen kl\u00f6sterlichen Schulen, in denen vorwiegend M\u00e4dchen der &#8222;h\u00f6heren St\u00e4nde&#8220; erzogen wurden, und in privaten &#8222;M\u00e4dchenerziehungsinstituten&#8220; erworben werden. 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