Stopp den Kindersoldaten

Die blutroten Hände kamen als Stempel auf die Petition.

Die blutroten Hände kamen als Stempel auf die Petition.

Mit einer spektakulären Aktion wollte unsere Schule ein Zeichen gegen den Einsatz von Kindersoldaten setzen: Rote Händeabdrücke sollen eine Petition gegen Kindersoldaten begleiten.

Rot ist die Farbe des Blutes. Deshalb hatte die Aktion, die Frau Steininger und Frau Zöller mit der Aktiopn „Rote Hand“ am RWG durchführten, durchaus etwas Beklemmendes: Seine Hände in blutroter Farbe zu tunken, hat etwas Aggressives, was schnell den Eindruck von Mitschuld entstehen lässt, wenn man sich vorstellt, was es heißt, seine Hände in Blut zu baden, um sie dann wieder in Unschuld zu waschen: So leicht ging der Farbstoff nämlich gar nicht wieder ab. Wichtig war es auch, ein persönliches Zeichen zu setzen, denn jeder Schüler drückte seinen persönlichen Handabdruck als Protest gegen das Kindersoldatentum auf ein Blatt Papier. Es soll als Petition an die Politik weitergeleitet werden.

Kindersoldaten sind laut der UN-Kinderrechtskonvention Soldaten, die unter 15 Jahre alt sind. Meistens werden sie zwangsrekrutiert, oft unter Androhung von Gewalt auch gegen die Familie oder Angehörige, oder einfach verschleppt. Manchmal ist es aber auch die Verheißung von Gefahr und Abenteuer, die Jugendliche sich freiwillig bewaffneten Gruppen anschließen lassen. Überwiegend kommen Kindersoldaten aus armen Bevölkerungsschichten; viele sind durch Kriegsereignisse von den Eltern getrennt worden, bevor sie in die Hände von bewaffneten Gruppen fallen. Für Kinder, die freiwillig Soldaten werden, ist der Krieg oft die einzige Möglichkeit, ihre Existenz zu sichern, oder sich Anerkennung zu verschaffen. Manchmal ist es auch ein falsches Machtgefühl, das sie als Unbewaffnete nie hätten.

Nach Angaben der UN belief sich die Zahl der Kindersoldaten im Jahr 1996 rund 300.000. Die meisten von ihnen gibt es in Afrika, und man schätzt, dass mehr als 50 bewaffnete Gruppen systematisch Kinder als Soldaten einsetzen. Die UN schätzen, dass zwischen 1990 und 2000 etwa zwei Millionen Kinder gefallen sind, sechs Millionen Kinder zu Invaliden wurden und zehn Millionen Kinder schwere seelische Schäden davontrugen. Die hohe Zahl der Opfer erklärt sich daraus, dass Kindersoldaten empfänglicher für ideologische Indoktrination und einschüchternde Disziplinarmaßnahmen sind. Sie sind sich oft der Gefahren nicht bewusst und haben deshalb eine höhere Risikobereitschaft, die von den Truppenanführern ausgenutzt wird. Oft haben sie auch keine militärische Ausbildung, wenn sie zum Kämpfen gezwungen werden. Dass die Kinder für die Truppen nur wertloses Menschenmaterial sind, zeigt sich auch daran, dass Kinder häufig zum Verlegen oder Entschärfen von Landminen eingesetzt werden, also extrem gefährlichen Tätigkeiten.