Schulleben

Balladen – einmal anders

Die "Brücke am Tay" mit Legos und Holzeisenbahn

Die „Brücke am Tay“ mit Legos und Holzeisenbahn

Hexen, Zauberkünste und Co. im Klassenzimmer sah man in den letzten beiden Wochen vor Ostern während der Deutschstunden der Klasse 7e.

Im Rahmen einer Unterrichtseinheit zum Thema Balladen wurde anstelle lediglich langweiliger Theorie und bloßem Lesen geschauspielert, rezitiert und improvisiert. Das Klassenzimmer hatte sich kurzerhand in eine Bühne verwandelt, die Tafel diente als Bühnenhintergrund, sowohl die Mitschüler/innen als auch die Lehrerin fanden sich plötzlich in der Rolle der Zuschauer wieder.

Die Tafel diente als Kulisse für den Gedichtvortrag.

Die Tafel diente als Kulisse für den
Gedichtvortrag.

Und es war schon eine tolle Leistung, die die einzelnen Gruppen der Siebtklässler ablieferten: Denn schließlich ging es nicht nur darum, textsicher die Strophen des bekannten „Zauberlehrlings“ von J.W. Goethe oder aber Th. Fontanes „Die Brück‘ am Tay“ aufsagen zu können; es waren außerdem auch Kreativität, schauspielerisches Talent, Einfallsreichtum und manchmal auch etwas Mut von den einzelnen Akteuren gefragt.

Diese Aufgabe bewältigten die Schüler/innen jedoch mit Bravour, sodass Frau Track am Ende nicht schlecht staunte, was ihre Klasse während der kurzen Vorbereitungsphase innerhalb der Deutschstunden auf die Beine gestellt hatte: So war am Ende eine beeindruckende Auswahl an Vorträgen entstanden, die jeweils einen anderen Schwerpunkt der vielfältigen Darstellungsmittel und Präsentationsformen gesetzt hatten.

"Tand, Tand...", singen die Hexen zum Brückeneinsturz.

„Tand, Tand…“, singen die Hexen zum Brückeneinsturz.

Dabei gab es Gruppen, die lediglich mit stimmlichen Mitteln ihrem Vortrag durch Gestik und Mimik Ausdruck verliehen (teils wurde dafür sogar eine eigene ‚Choreographie‘ mit einstudiert!) oder aber Darbietungen, die das szenische Spiel mitsamt einer Fülle von Requisiten für ihren Auftritt nutzten.

Akustisch und visuell nachempfinden ließ sich dadurch zum einen die zunehmende Überschwemmung im Haus des Hexenmeisters (Goethe, „Der Zauberlehrling“), zum anderen aber auch die bedrohliche Situation vor dem Zugunglück mit der einstürzenden Brücke über dem Fluss Firth of Tay (Fontane). Klar, dass dabei auch der Entwurf eines mit viel Mühe gestalteten Tafelbildes als Kulisse jeweils nicht fehlen durfte.

Eine weitere Gruppe hatte sogar die Zugfahrt vorab zu Hause mit Legobausteinen und Holzeisenbahn auf dem iPad nachgestellt und gefilmt! Für den Vortrag wurde dann zusätzlich die beklemmende Situation des Brückeneinsturzes ebenfalls mit einem Holzzug auf entsprechenden Schienen nachgespielt. Und sogar die Hexen aus Shakespeares „Macbeth“, die innerhalb dieser Ballade zu Beginn und am Ende das Wort ergreifen, wirkten als Legofiguren wie schicksalhafte am Bindfaden – vielleicht sogar dem Lebensfaden?! – gehaltene Mächte mit.

Alles in allem konnte dadurch jede einzelne Darbietung für sich genommen zu einem besonderen Erlebnis werden. Und zu guter Letzt steht sogar noch ein Videobeitrag einer Gruppe aus – wir sind schon ganz gespannt!