Young Guns of Rock heizten richtig ein

Mosh Pit heißt die Schülerband unserer Schule.

Mosh Pit heißt die Schülerband unserer Schule.

In den heiligen Hallen des RWG gab’s das bislang noch nie: Ein echtes Rockkonzert mit sage und schreibe sechs verschiedenen Bands aus ganz Oberfranken am Start, und das in unserer Aula, das war ein echtes Novum.

Um es gleich vorwegzunehmen: Schade war nur eines, – dass nicht mehr Zuhörer gekommen waren. Trauten sie den Bands vielleicht nichts zu, weil es Schülerbands waren? Dann waren die Abstinenzler völlig falsch gewickelt, denn musikalisch hatten es alle voll drauf. War es nur die übliche Schülerlethargie? Mein Gott, was muss denn noch passieren, damit ihr endlich aufwacht! „Ach“, höre ich manche säuseln, „das ist aber gar nicht meine Musik…!“ Nun gut, es gab keine Conchitas und keine Würste, dafür aber echte Musik, live, gespielt von Leuten, denen man anmerkte, dass sie mit Herzblut bei der Sache waren und die zeigten, dass echte Rockmusik mehr ist als nur drei Griffe auf der Gitarre.

Die Schülerband aus Münchberg machte den Anfang.

Die Schülerband aus Münchberg machte den Anfang.

Den Auftakt machte die Schülerband des Gymnasiums Münchberg. Einen Namen haben sie noch nicht, denn für die neu gegründete Formation war es der erste Auftritt. Sie werden sich aber sicher noch einen machen, denn sie spielten beherzt und brachten gleich einen Ohrwurm: Ceryl Crows „I’m bitch, I’m a lover…“ brachte sogar die Senioren in Schwung, die sich artig auf den Stühlen hinten in der Aula niedergelassen hatten: Ein Gutteil der Gäste war nämlich der Elternfahrdienst.

Noise Attack aus Marktredwitz

Noise Attack aus Marktredwitz

Umbaupause. Manche wurden etwas nervös, weil es nicht in drei Minuten geht, eine bis zu neunköpfige Band und ihr mitgemachtes Equipment mit dem aufgebauten Mischpult kompatibel zu machen. Ein großes Kompliment an Jürgen Handschuck, der mit Engelsgeduld die Abstimmung vornahm und einen perfekten Sound hinbekam. Dass es auch ganz anders sein kann, weiß jeder, der schon einmal bei einem Live-Konzert gehört hat, wie es nicht geht: Dann ist nur der Bass zu hören. Oder Schlagzeuggewumme. Aber keine Stimme. Oder umgekehrt.

Den perfekten Sound hatten jedenfalls „Noise Attack“ vom Gymnasium Marktredwitz. Nomen war hier nicht Omen, denn es wurde sauber gesungen und perfekt gespielt, und die jungen Musiker zeigten, dass alte Musik zeitlos ist, wenn sie nur gut ist: „Smoke on the Water“ elektrisiert immer noch wie Anno Dazumal in den Sechzigern.

The Terracotta Sanding Dwarfs aus Bamberg

The Terracotta Sanding Dwarfs aus Bamberg

„The Terracotta Standing Dwarfs“ von Franz-Ludwig-Gymnasium Bamberg stellen zwei Mädels ans Mikrofon und schaffen so eine ganz andere Klangkulisse. Weil jede Band ihren eigenen Sound hatte, wurde das Konzert nie langweilig, und das trotz der rekordverdächtigen Dauer von über vier Stunden.

Nicht alle hielten so lange durch, und es war etwas schade, dass so manche Gastband gleich nach dem Auftritt die Koffer packte, ohne sich einen Deut um das zu kümmern, was ihre Kollegen nach ihnen so alles draufhatten. Dass es eine ganze Menge war, zeigten auch „Maximal“ aus Lichtenfels oder „Room 37“ vom Kaiser-Heinrich-Gymnasium Bamberg, die ihren Rock mit Posaune und Trompete abrundeten und richtig für Stimmung sorgten. Hier wurde begeistert mitgesungen und ganz Enthusiastische traten schon einmal zum Rhythmus der Musik von einem Fuß auf den anderen.

"Maximal" kam aus Lichtenfels, die Band "Room 37" vom Kaiser-Heinrich-Gymnasium Bamberg

„Maximal“ kam aus Lichtenfels, die Band „Room 37“ vom Kaiser-Heinrich-Gymnasium Bamberg

Und wo blieb das RWG? Wie es sich gehört, lässt der Gastgeber den Gästen den Vortritt, auch auf die Gefahr hin, dass am Schluss gegen halb Zehn nur noch die Getreuesten der Getreuen da sind. Doch auf echte Fans ist Verlass: Am Ende kam doch noch etwas Mosh-Pit-Feeling auf, passend zum Namen unserer Schulband. „Mosh Pit“ spielen laut, der Rhythmus ist echt hart und schlägt aufs Trommelfell und die Gitarrensoli tun manchmal ein bisschen weh, aber eine Rockband ist kein Sinfonieorchester und unsere Schulband, angeleitet von Jürgen Handschuck versteht ihr Handwerk perfekt.

Der Verein BayRock e.V. organsisierte den Event

Der Verein BayRock e.V. organsisierte den Event

Zwei Dinge sind noch anzumerken:

Das Label des Abends war „Young Guns of Rock, Volume 1“. Volume 2 wäre eine schöne Fortsetzung.

Der Abend war nur möglich, weil es den Verein BayRock Oberfranken e.V. gibt. Er hat den Abend organisiert und sich als Verein auf die Fahnen geschrieben, den jungen Nachwuchsbands zu helfen, Auftrittsmöglichkeiten zu finden. Jeder, der sich ein bisschen auskennt, weiß, wie schwer das ist. Und wie wichtig. Deshalb gebührt dem Verein mit seinen vielen fleißigen Helfern ein großes Dankeschön.