Schulleben

SABTA – Der Perfekte Vortrag

SABTA – Sicheres Auftreten bei totaler Ahnungslosigkeit!

Dieses Problem haben bestimmt viele Menschen. Wie kann man bei einem Vortrag selbstbewusst wirken? Was macht man gegen seine Aufregung? Wie wirkt man am sympathischsten auf die Zuhörer*innen? Diese und viele weitere Fragen hat Julia Kamleiter, Kommunikationsberaterin und systemische Therapeutin, uns beantwortet.
Dieser Bericht fasst zusammen, was sie uns Q11-Schüler*innen im Workshop „Der Perfekte Vortrag“ im Rahmen der Berufs- und Studienorientierung vermittelt hat.

Viele Schüler*innen leiden an der Angst im Rampenlicht zu stehen. Zu viele Augen und Ohren auf sie gerichtet zu haben, stresst sie und versetzt sie teilweise in Angst vor dem Scheitern. Es dauert diese Angst zu überwinden, doch es ist durchaus möglich. Frau Kamleiter erklärte uns verschiedene Wege wie wir nicht mehr so ängstlich auf unsere Zuhörer*innen wirken, selbst, wenn wir es womöglich sind.

Es gibt viele Faktoren, die die Wirkung von sich selbst auf andere beeinflussen, wie beispielsweise Gestikulieren. Auch die Bewegungen des Brustkorbs, des Kopfes oder der Beine und Füße. Jeder Teil unseres Körpers gibt an unseren Gegenüber ein bestimmtes Signal ab.

Bereits der Unterkörper gibt viel über Einstellung und Wirkung preis. Bei einem optimalen Stand zeigen die Fußspitzen gerade nach vorne, die Beine sind leicht, in etwa auf Hüftgelenksbreite, geöffnet und das Becken gerade in der Mitte, auf einer Linie mit dem Oberkörper. Diese Faktoren bilden ein freundliches, selbstbewusstes und kompetentes Erscheinen, wohingegen alle Körpersignale, die nach innen gehen eher kleiner, kindlicher und weniger selbstbewusst wirken, was auf weniger Kompetenz hindeutet.

Der Bereich des Oberkörpers spiegelt ebenso eine gewisse Wirkung wider.
Vor allem die Sprache der Hände ist ein wesentlicher Teil des Gestik-Bereiches zwischen Schambein und Brustbein. Sie sollten immer geöffnet sein und nur die bloße Handfläche soll auf Personen oder Gegenstände gerichtet werden, um das Stammhirn nicht anzugreifen. Das Stammhirn reagiert auf lange, spitze Gegenstände mit Vorsicht, da diese an Waffen erinnern, weshalb das Deuten mit dem Finger oder anderen Gegenständen nicht gerade freundlich und einladend wirken. Die Arme sollten viel Motorik im Gestik Bereich zeigen, denn alles, was unterhalb dieses Bereichs passiert, wirkt eher unsicher, nervös und klein, wohingegen alles oberhalb dieses Bereichs zu übertrieben wirkt.

„Gut gemeint und gut gemacht sind zwei verschiedene Paar Schuhe“, ist ein auf dieses Thema zutreffender Spruch. Auch wenn man selbstbewusst und interessiert am Thema ist, die Körpersprache aber auf das Gegenteil hindeutet, kommt es anderen so vor, als würde man dem Thema eher abgeneigt gegenüberstehen.
Beim Thema Kleidung sollte nicht zu viel Haut gezeigt werden und lange Haare können durch Wegstecken mittels eines nicht allzu strengen Zopfs aus dem Gesicht gebunden werden. In unserem Gesicht sind die zwei wichtigsten körpersprachlichen Signale, die Augen und der Mund, welche unbedingt deutlich sichtbar sein müssen, um eine sympathische und offene Wirkung durch das positiv wirkende Lächeln und den direkt wirkenden Augenkontakt zu haben.

Außerdem ist es wichtig, den Vortrag erst an einem Ort zu starten, von dem man alle Zuhörer im Blick hat, und man nicht im Beamer-Bild zu stehen. Ortswechsel sind am besten nach dem Abschließen eines Themas. Dabei ist es aber wichtig die Distanz von einer Armlänge zu den Zuschauern zu wahren, damit der „Intimbereich“ eines Menschen nicht verletzt wird, was das A und O in einem Vortrag ist.
Durch Fragen stellen und Einbeziehen der Masse, bleibt ihnen das angesprochene Thema im Kopf, da sie darüber nachdenken müssen, um eine Antwort auf die gestellte Frage bekommen zu können.

Sicherheit kann sich der*die Vortragende nur selbst geben. Die eigenen Hände festhalten, indem man sie aufeinanderlegt und jederzeit wieder öffnen kann, um weiterhin die Motorik der Hände aufrecht zu erhalten, ist die einzig mögliche Sicherheit, die man vor der Menge schaffen kann.
Karteikarten sollten so groß wie die eigene Handfläche sein, sodass diese nicht zu sehr auffallen, sondern die Hand trotzdem immer noch offen und einladend wirken lassen, um die Gefahr zu vermeiden, damit zu spielen.

Diese Sachen Faktoren gelehrt zu bekommen ist wichtig. In den meisten Berufen braucht man solch ein Wissen, um beispielsweise Vorträge zu halten, aber auch um das Vertrauen zu den der Geschäftspartner zu gewinnen. Die Methoden von Frau Kamleiter sind daher sehr hilfreich für unser jetziges (auch Referate und Präsentationen sind Vorträge) und zukünftiges Leben.
Der Vortrag war sehr aufschlussreich und jede*r kann und sollte diese Methoden anwenden.
Außerdem klärte sie uns genau über die allgemeinen Regeln eines „Perfekten Vortrags“ auf und wie wir am erfahrensten über das vorgestellte Thema wirken, auch wenn wir vielleicht gar nicht wirklich viel Ahnung darüber haben.

Ein sehr beliebter Spruch ist: „fake it till you make it“ und das ist auch der Schlüssel zum Erfolg.
Auf Deutsch bedeutet es: ‚Täusche es vor, bis du es schaffst‘. Die Körpersprache eines Menschen ist eine der wichtigsten Sachen, die die Natur uns geschenkt hat, denn sie bestimmt wie wir von anderen Menschen wahrgenommen werden.

Soey Schille, Q11