Schulleben

Ein ‚romantischer Spaziergang‘ durch den Hofgarten…

Statt wie üblich im Kursraum fand sich eine kleine Gruppe von Schüler(inne)n eines Montagmorgens im Wonnemonat Mai im Pausenhof zusammen, um gemeinsam im Sinne eines ‚literarischen Rundgangs‘ den Bayreuther Stadtkern unter einem ganz besonderen Motiv zu erkunden: Der Deutschkurs (1d1) der Q11 hatte sich zum Ziel gesetzt, Gedichte an ‚ihrem Ort‘ zu rezitieren!

Auf den Spuren von Joseph v. Eichendorff und Co. war die Gruppe demnach bei bestem Wetter in der Stadt unterwegs, um den einen besonderen Ort zu finden, an dem ausgesuchte, der literarischen Epoche der Romantik und/oder des Biedermeier zuzuordnende Gedichte ihre ganz besondere Wirkung entfalten können…

Im Rahmen dieser gewählten Hintergrundkulisse galt es dann, die Texte den Zuhörer(inne)n zu präsentieren. Dabei stand nicht nur der – mehr oder weniger freie 🙂 – Vortrag im Mittelpunkt, es sollte zudem auch die Intention des Gedichts sich möglichst bereits durch die spezielle Ortswahl widergespiegelt finden – sicherlich keine ganz leichte Aufgabe für die Oberstufenschüler(inn)en, die mit etwas Vorlauf zu der geplanten Aktion vorab jeweils ein eigenes Gedicht zugeteilt bekommen hatten: Hier kamen als Autoren insbesondere der bereits erwähnte Eichendorff, aber auch Clemens Brentano, Eduard Mörike oder aber Heinrich Heine mit seinen teils die romantische Idylle parodierenden Gedichten zum Einsatz.

Bevor die Gruppe – erwartungsgemäß der Epochendarstellung der Romantik geschuldet – zielsicher in Richtung Hofgarten strebte, stimmte die Kursleiterin Frau Track ihre Schüler/innen im Dammwäldchen mit einem exemplarischen Beitrag auf die besondere Kursstunde im Freien ein:

Wünschelrute

Schläft ein Lied in allen Dingen,
Die da träumen fort und fort,
Und die Welt hebt an zu singen,
Triffst du nur das Zauberwort.

Joseph von Eichendorff

Auf dem weiteren Weg in die Innenstadt gab es außerdem Haltepunkte vor der Stadtkirche, der Brunnen vor dem neuen Schloss diente als ‚setting‘ für eine weitere Darbietung, genau wie die Schlossfassade vonseiten des Hofgartens aus betrachtet.

Von da an suchten die Schüler/innen aufmerksam nach weiteren Details, welche den einen speziellen Ort in der Natur von einem anderen im Hofgarten abheben konnten – sei es die Farbenpracht an Blumen, die Kulisse vor einer Brücke, der Sonnentempel oder aber die Obstwiese aufseiten der Villa Wahnfried.

Auch das Grabmal von Richard Wagner diente – wenn auch nur symbolisch – als Darstellungs’folie‘ einer weiteren Präsentation, welche u.a. die Entgrenzung romantischer Lyrik zum Inhalt hatte.

Schließlich hatten die Kursteilnehmer/innen nahezu den gesamten Hofgarten durchkämmt – mach einer kannte beispielweise die Insel im hinteren Teil noch nicht – und machten sich mit einer (hoffentlich!) konkreteren Vorstellung über die Wirkung romantischer Gedichte zurück auf den Weg zum RWG.

Anhand der gewonnenen Eindrücke konnte insgesamt sicherlich ein tieferes Verständnis für die Epoche der Romantik gewonnen werden, als wenn die Inhalte hinter nüchternen, ordentlich parallelen Tischreihen vermittelt worden wären. Im Anschluss an den ‚lyrischen Spaziergang‘ analysierte so jede/r Schüler/in das ihm/ihr zugeteilte Gedicht anhand gängiger Interpretationselemente.

Vielen Dank nochmals an alle Kursteilnehmer/innen, die sich auf diese besondere Aktion im Rahmen des Deutschunterrichts eingelassen haben.

S. Track (und die Kursteilnehmer/innen des Kurses 1d1)