Schulleben

Schullandheimersatztag der 5. Klassen – Covid-19 macht erfinderisch

Das aktuelle Infektionsgeschehen und die schulischen Auflagen im Umgang mit dem Coronavirus ließen den geplanten Besuch im Schullandheim Weißenstadt am Schuljahresbeginn leider nicht zu. Die sogenannten „Kennenlerntage der 5. Klassen“, bei denen in erster Linie die Herausbildung einer intakten Klassengemeinschaft, das Wir-Gefühl und ein guter Umgang miteinander gestärkt werden, mussten also entfallen. Natürlich war da zunächst bei allen Beteiligten die Enttäuschung groß. Schnell war klar: Ein passendes Ersatzprogramm muss auf die Beine gestellt werden!

Die Not macht ja bekanntlich erfinderisch und so wurde das KOMPASS-Programm zu Schuljahresbeginn kurzerhand um den „Schullandheimersatztag der 5. Klassen“ erweitert. Der Tag wurde in zwei große Blöcke untergliedert, um den vielschichtigen Facetten des KOMPASS-Programms gerecht zu werden und die Schüler in ihrer ganzheitlichen Entwicklung zu fördern.

Am Vormittag durchliefen die 5.Klässer drei verschiedene Workshops zu den Themenschwerpunkten: Kooperation und Sozialverhalten, Medienerziehung sowie Kommunikation. Die Workshops wurden im Sinne der „Peer-to-Peer-Education“ von speziell in ihren Bereichen ausgebildeten und erfahrenen Schülern unserer Schule geleitet. So übernahmen die Tutoren und die Streitschlichter die Workshops in den Bereichen der Persönlichkeitserziehung und die Medienscouts übten mit den 5.Klässern Regeln für den Klassenchat ein und gaben Tipps zum sinnvollen Umgang mit sozialen Netzwerken. Da die Workshops nicht nur als reine Informationsveranstaltungen durchgeführt wurden, sondern die Schüler aktiv mitwirken und ausprobieren ließen, herrschte durchweg eine emsige, aber dennoch gelassene Arbeitsatmosphäre. Bereits an dieser Stelle möchte ich im Namen aller beteiligten Kollegen ein riesengroßes Dankeschön an die Tutoren, die Streitschlichter und die Medienscouts aussprechen, die den Vormittag so abwechslungsreich und gewinnbringend gestaltet haben. Ihr seid echt die Besten!!!

Nach einer entspannten Mittagspause startete jede Klasse dann mit ihrem individuell geplanten Nachmittags­programm. Die Klassen 5a und 5b besuchten hier gemeinsam mit deren Tutoren das Museum für bäuerliche Arbeitsgeräte auf dem Lettenhof und lernten bei einer ansprechenden und interessanten Museumsrallye viele Werkzeuge und Arbeitsschritte der Landwirtschaft aus den vergangenen Jahrhunderten kennen. Die Kinder staunten nicht schlecht, als sie erfuhren, wie hart und anstrengend das Leben der Bauernfamilien in einer Zeit ohne Traktoren und andere moderne Maschinen gewesen ist. Um einmal selbst zu erleben, welche Aufgaben die Kinder der Bauernfamilien früher erledigen mussten, lernten die 5.Klässer die Technik des Filzens kennen und stellten Stifthüllen her, die sie dann auch mit Nachhause nehmen durften. Außerdem produzierten sie auf traditionelle Weise Butter und Buttermilch, die dann bei einer ordentlichen Brotzeit in der urigen Stube des Lettenhofs mit frischem Bauernbrot verspeist wurden.

Die Schüler/innen der 5c begaben sich zusammen mit ihrem Klassenleitungsteam, Frau Track und Herrn Lauterbach, sowie den Tutor(inn)en aus der 10. Klasse auf eine lehrreiche und zugleich spannende Stadtrallye durch die Bayreuther Innenstadt. Dabei durften die Kinder in Gruppen Rätsel und knifflige Quizaufgaben zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten sowie anderen interessanten Orten lösen. Doch das Ganze hatte natürlich auch einen Bezug zum Unterricht: Die einzelnen Stationen der Rallye fanden sich hierzu ‚verpackt‘ in einer kurzweiligen Geschichte über das Säbelzahn-Eichhörnchen Scrat – vielen wahrscheinlich bekannt aus dem Film Ice-Age –, das sich versehentlich ins Klassenzimmer verlaufen hatte und für das nun ein neues Zuhause auf dem Weg durch die Stadt gesucht wurde. Somit war es auch nicht weiter verwunderlich, dass der geeignete Ort dann in den Grünanlagen des Hofgartens, unweit von der Schule, gefunden war, wo auch die etwas andere Stadterkundung am Nachmittag endete.

Die 5e erkundete bei einer Stadtrallye die Altstadt Bayreuths. Mit Stadtplan und Fragebogen bewaffnet ging es von der Spitalkirche zum Opernhaus, vom Alten zum Neuen Schloss und am Ende über die Stadtkirche wieder zurück zum Startpunkt. Die Fragen waren zum Teil knifflig. Wer weiß denn schon auswendig, wer die Architekten des markgräflichen Opernhauses waren oder was einmal an der Friedrichstraße 15 war? Zum Schluss musste auch noch bei einigen Fotos die Herkunft geklärt werden. Wo befindet sich denn dieser Kopf? Die Zeit verging dabei viel zu schnell. Gerne hätten die Jungs und Mädels aus der 5e noch weiter gerätselt!

Der Klasse 5f machte an diesem Tag leider das Wetter einen Strich durch die Rechnung, weshalb das Nachmittagsprogramm zunächst verschoben werden musste. Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben und so dürft ihr euch auf einen tollen Nachmittag in den kommenden Wochen freuen.

Insgesamt kann zusammengefasst werden, dass dieser Tag einen mehrtägigen Schullandheimaufenthalt natürlich nicht vollständig ersetzen kann. Aber durch das kreative und spontane Engagement aller Beteiligten konnte in kürzester Zeit ein äußerst ansprechendes und abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt werden. Ein großes Dankeschön gilt an dieser Stelle auch nochmal allen Kollegen, die mit großem persönlichen Einsatz diesen Tag für unsere Schüler erst ermöglicht haben.

Markus Bauer (Unterstufenbetreuer)