Schulleben

Die Q11 des RWG war dabei

P.A.R.T.Y. ist eines der weltweit erfolgreichsten und spannendsten Präventionsprogramme für Schulklassen und Jugendliche im Alter von 15-18 Jahren in Zusammenarbeit mit führenden Unfallkliniken. In Deutschland wird das Programm im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) koordiniert.

P für Prävention
A für Alkohol
R für Risiko
T für Trauma
Y für Youth

Dank Herrn Dr. Christian Haag, Leitender Notarzt in Bayreuth, Unfallchirurg und Oberarzt der Unfallchirurgie am Klinikum Bayreuth, der für Jugendliche P.A.R.T.Y. zum Erleben und Anfassen macht, durften 18 Schülerinnen/er im Rahmen der Berufs- und Studienwahlphase an diesem Programm teilnehmen.

Am 21. November 2017 empfing uns Oberarzt Dr. Christian Haag am Eingang des Klinikums Bayreuth. Mit gemischten Gefühlen betraten wir das Klinikum, weil nicht jeder so recht wusste, was einen zum Thema „Unfallprävention für Jugendliche“ erwarten würde. Doch mit einer eindrucksvollen Präsentation führte Dr. Christian Haag uns in das Thema ein. Dr. Haag zeigte uns zu Beginn einen Film zu einem Unfallhergang einer Gruppe Jugendlicher mit tragischem Ausgang, der uns alle sehr zum Nachdenken anregte. Aus Berichten seiner eigenen Einsätze als Notarzt erfuhren wir, dass vor allem Alkohol, Selbstüberschätzung und Handygebrauch am Steuer die typischen Ursachen für Autounfälle bei Jugendlichen sind.
Diese Realität mutmaßte sicher jeder von uns, aber das Bewusstsein über die Folgen eines Unfalls, den Ablauf der Notfallversorgung und deren beteiligten Berufsgruppen hatte wohl niemand bis zu diesem Zeitpunkt zur P.A.R.T.Y.

Dr. Christian Haag hatte uns alle sehr schnell für das Thema „in seinen Bann gezogen“ und beleuchtete den Ablauf der Notfallversorgung sehr anschaulich und vor allem praktisch. So ging er nach der Einführung mit uns zum Landeplatz des Rettungshubschraubers Christoph 20. Dort erwartete uns der Pilot, welcher uns zusammen mit Dr. Haag einen Überblick über die technischen und notfallversorgenden Einrichtungen im Hubschrauber vermittelte. Vom ersten Notruf bis zum Ende eines Hubschraubereinsatzes erfuhren wir alle Details. Neugierig haben wir uns alle den gigantischen Christoph 20 angeschaut und uns wurde erstmals so richtig bewusst, was Piloten, Mediziner und Rettungssanitäter in der Notfallversorgung leisten.

Nicht wegzudenken sind ebenso die Rettungsfahrzeuge. Einer der modernsten Rettungswagen in unserer Region wurde uns von einem Rettungssanitäter ausführlich vorgestellt, auch hier erfuhren wir die Abläufe einer Rettungskette. Dahinter versteckt sich ein ganzes Notfallmanagement von der Leitstelle über den Notarzt bis zu den Notfallmedizinern und Fachkrankenpflegern einer Notaufnahme im Krankenhaus.

Überwältigt von den Eindrücken, aber auch mit Hochachtung gegenüber der Arbeit der Rettungskräfte gingen wir weiter in die Zentrale Notaufnahme des Klinikums Bayreuth. Hier empfing uns der Medizinische Leiter der Notaufnahme Dr. Florian Knorr. In einer äußerst interessanten Führung erfuhren wir die Abläufe von der Übernahme von Unfallverletzten vom Rettungsdienst und Notarzt und der Weiterversorgung in der Notaufnahme. Hierzu durften wir auch den sogenannten Schockraum kennenlernen, der vor allem für sehr instabile Patienten genutzt wird, weil dort für alle lebensrettenden Eingriffe die notwendigen medizinischen Geräte und Materialien griffbereit vorliegen. Nach dem sehr beeindruckenden Vortrag von Dr. Knorr wurde uns wiederum bewusst, was Ärzte und Pflegekräfte tagtäglich leisten, um Menschen in lebensbedrohlichen Situationen zu helfen, auch wenn sie nicht immer den Kampf gegen den Tod gewinnen können.


Wie Rettungskräfte, Mediziner und Pflegekräfte im eigenen Erleben mit tragischen Unfällen umgehen hat viele von uns beschäftigt und deshalb haben wir uns auch getraut genauer nachzufragen. Wir erfuhren, dass jeder so seine eigene Strategie hat, aber auch häufig Gespräche mit den eigenen Kollegen und Supervisionen im Team helfen, tragische Situationen besser zu verarbeiten.

Zurück im Seminarraum erwarteten uns zwei ehemalige Patienten von Dr. Haag, welche unverschuldet Unfallopfer wurden. Beide erzählten uns von ihren Unfällen, von ihrem Krankenhausaufenthalten und wie sehr sich ihr Leben durch den Unfall verändert hat. Das hatte uns alle sehr berührt und es war für jeden nochmal der Zeitpunkt nachzudenken, wie schnell sich das Leben durch einen Unfall von heute auf morgen verändern kann.

Zum Schluss der P.A.R.T.Y. wurden wir alle sehr für unsere Aufmerksamkeit und unser Interesse von Dr. Christian Haag gelobt. Dem mussten wir entgegenhalten, da die P.A.R.T.Y. so beeindruckend und super organisiert war, dass wir uns geradezu im Bann der Notfallmedizin wiederfanden und keiner von uns Mühe hatte aufmerksam zu bleiben. Jeder Einzelne wurde an diesem Tag sensibilisiert, welche Folgen Alkohol, Handyspielerei und Selbstüberschätzung im Straßenverkehr mit sich bringen können. P.A.R.T.Y. hat uns aber auch die Augen geöffnet was Ärzte, Rettungssanitäter, Piloten und Pflegefachkräfte täglich an Arbeit leisten. Dies schätzen wir nun mit äußerstem Respekt.
Dr. Christian Haag wusste wahrscheinlich, dass wir diese Eindrücke erst einmal verdauen mussten und unterstützte dies mit einer Einladung in die Personalcafeteria zu einem leckeren Essen.
Vielen Dank dafür!

Es war ein sehr gelungener Tag und wir bedanken uns vor allem bei Dr. Christian Haag und allen Beteiligten, die diese P.A.R.T.Y. für uns so interessant gestaltet haben. Wir empfehlen allen Schülern auch auf die P.A.R.T.Y. zu gehen und sich anzuhören, wo die Gefahren lauern! Das Klinikum Bayreuth leistet mit diesem Projekt eine sinnvolle Präventionsarbeit für Kinder und Jugendliche in unserer Stadt.

Laura Hollfelder Q11