Schulgeschichte

Die Nachkriegsjahre

Das unzerstörte Schulhaus. Aufnahme nach 1952

Da zahlreiche Kinder von Flüchtlingen und Vertriebenen in der Stadt lebten und sich an der Schule anmeldeten, hatte sich die Schülerzahl von 353 im Jahr 1942/43 auf nun 650 fast verdoppelt, so dass nun im „Schichtbetrieb“ unterrichtet werden musste. Ein Teil der Klassen hatte vormittags, der andere Teil nachmittags Unterricht. Es kam zu Auslagerungen, Aufnahmebeschränkungen und zu Klassenstärken mit bis zu 60 Schülerinnen.

Die Raumnot, die Überfüllung mit Schülern, ein vollständiger Mangel an Lehr- und Lernmitteln, das Fehlen von Brennstoff zur Heizung und die schlechten Verkehrsverbindungen belasteten Schüler und Lehrer bis an die Grenze des Erträglichen; mehrfach kam es zu gesundheitlichen Zusammenbrüchen von Lehrkräften. Glücklicherweise wurde eine Schülerspeisung durch amerikanische Hilfslieferungen möglich. Sie half die ärgste Not zu lindern.

Die Schule hatte trotz dieser Verwerfungen weiterhin traditionelle ständische Züge: Auch im Schuljahr 1950/51 waren noch 200 Mark jährliches Schulgeld zu entrichten, eine für die damalige Zeit wahrlich nicht geringe Summe. So blieb die Schule weiterhin Kindern aus eher bürgerlichen Kreisen vorbehalten. Erst die Bildungsreformen der 60er Jahre ließen den Anteil an Schülerinnen aus einfacheren Verältnissen anwachsen.