Schulgeschichte

Kriegsausbruch 1914

Besuch der „Kriegs-Luftfahrt-Ausstellung“ 1917

Als am 1. August 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach, zogen auch die Höheren Töchter in den Kampf. Ausdruck der allgemeinen Kriegsbegeisterung war, daß die Schülerinnen (bzw. ihre Eltern) Kriegsanleihen zeichneten, sich an zahlreichen Sammlungen beteiligten, zerrissene Soldatensocken stopften und „Liebesgaben“ für die Frontsoldaten herstellten.

Trotz der Einberufung mehrerer Lehrer zum Kriegsdienst wurde der Schulbetrieb weitgehend aufrechterhalten. Einzelne Schulräume wurden jedoch für Kriegszwecke, z. B. für die Ausbildung von Lazarettpflegern oder als Sammelstelle für die „Kriegsbuchwoche“, verwendet.

Während noch bis November 1917 an der Schule etwas voreilige „Siegesfeiern“ abgehalten wurden, fand 1917 keine Jubiläumsfeier zum 50jährigen Bestehen der Schule statt.

Die Lebensmittelknappheit führte besonders in den letzten Kriegsjahren zu einer Rationierung nahezu aller Nahrungsmittel, wobei Wohlhabende offenbar durchaus die Möglichkeit hatten, die Tagesration von 160 g Mehl (mit Kleie), 135 g Magerfleisch mit Knochen und 7 g Butter bzw. Margarine (Angaben für das Jahr 1918) deutlich aufzubes­sern.

Brotschlange im Kriegs- und Hungerjahr 1917 an der Ausgabestelle bei der Schulaula

Während im Jahresbericht 1915/1916 noch die Rede davon ist, „daß der Ernst, den das zweite Kriegsjahr mit sich brachte, segensreich auf unser Erziehungswerk gewirkt hat“, werden im folgenden Schuljahr „Leid und Sorge um die Angehörigen“ und die „knappere Lebensweise“, die die Schülerinnen „haben auf sich nehmen müssen“ erwähnt. Daß trotz des Hungerwinters 1916/1917, der für die unteren sozialen Schichten große Not mit sich brachte, der Ernährungszustand der Schülerinnen als „durchaus gut“ bezeichnet wurde, ist ein Indiz für ihre zu dieser Zeit noch immer privilegierte Stellung.

Im Schulhof 1918