Schulgeschichte

Die Gründerväter

Das erste erhaltene Klassenphoto von 1888

Die Zeit der Schulgründung war in Bayreuth wie im ganzen Land eine Zeit des Aufbruchs. Die Stadt wurde an das Eisenbahnnetz angeschlossen, mit den Spinnereien entstanden die ersten großen Industriebetriebe. Auf Initiative des wohlhabenden Spinnereidirektors Carl Kolb beschlossen 1867 etwa 50 führende Bürger der Stadt die Gründung der „Höheren Töchterschule“. Sie waren selbst Eltern und wollten dem Missstand der fehlenden Mädchenbildung abhelfen. Dies war eine der vielen Aktivitäten, mit denen Kolb seine Heimatstadt förderte

Die wohlhabende Bürgerschaft wusste, was sie sich schuldig war. Über eine „Subscriptionsliste“ wurden beachtliche 4920 Gulden als Startkapital beschafft. Gemessen an der heutigen Kaufkraft waren dies über 200 000 Euro. Von den Erträgen und Zuwendungen dieser Stiftung wurde die Schule über 40 Jahre getragen, bis sie 1903 in städtische Trägerschaft überging.

So entstand zuerst ein provisorisches „Comité“ als privater Träger der Schule. Sodann wurde ein zwölfköpfiger „Unterrichtsrath“ mit Carl Kolb als Vorsitzendem eingerichtet und die Wahl eines Dreierdirektoriums mit Georg Grossmann als Vorstand erfolgte. Die Schule hatte noch lange Zeit keinen eigenen Direktor und wurde von Grossmann, dem Leiter des Humanistischen Gymnasiums, im Nebenamt geführt. Allerdings verschaffte die Berufung des Schulleiters des Gymnasiums der neuen Töchterschule Prestige und eine gewisse Ernsthaftigkeit.

Der Unterrichtsrath setzte nun die Unterrichtsfächer, den Lehrplan und die Zahl der Unterrichtsstunden fest.

Die Schule war die dritte Einrichtung dieser Art im damaligen Obermainkreis, neben Bamberg und Hof. In Bayreuth trat sie neben das Gymnasium Christian-Ernestinum und die Königliche Kreisgewerbe- und Landwirtschaftsschule, der späteren „Oberrealschule“ bzw. dem heutigen Graf-Münster-Gymnasium.

Nach Erteilung der Genehmigung durch den Stadtmagistrat wurde die Schule am 14.10.1867 feierlich eröffnet. Der Unterrichtsbetrieb begann.

Genehmigungschreiben des Stadtmagistrats von 1867 zur Errichtung einer „höheren Töchterschule“